Wenige Premiere-Schwarzseher wurden Abonnenten
Die Umstellung des Verschlüsselungssystems im Rahmen einer großangelegten Anti-Piraterie-Aktion im Herbst hat dem Pay-TV-Sender nicht den gewünschten Erfolg gebracht.
Die aufwendige und teure Anti-Piraterie-Aktion im Herbst, bei der der Pay-TV-Sender Premiere sein Verschlüsselungssystem umstellte, hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Die Schwarzseher seien noch nicht in Scharen zu legalen Kunden geworden, zitiert das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner kommenden Ausgabe 6/2004 den Premiere-Chef Georg Kofler.
Tatsächlich ließen sich bislang nur 10.000 bis 20.000 Neu-Abonnements auf die Umstellung zurückführen – intern habe man mit einer deutlich sechsstelligen Anzahl zwangsbekehrter Schwarzseher gerechnet. Auch das neue System hat eine Schwachstelle: Sie ermöglicht es, eine einzige Zugangsberechtigung rechtswidrig unter einer beliebig großen Zahl von Nutzern zu teilen.
Kofler wird am Dienstag offiziell das Jahresergebnis für 2003 verkünden. Nach Angaben des Spiegel wird der Sender einen Verlust in Höhe von 10 bis 15 Millionen Euro vor Steuern und Abschreibung melden, "nach einem Minus von 340 Millionen im Vorjahr und 880 Millionen im Jahr 2001 also eher rosa als tiefrote Zahlen". Bei den Abonnenten sei das Jahresziel übertroffen worden. Allerdings lief das Weihnachtsgeschäft deutlich schwächer als erhofft, was Kofler der "derzeitigen katastrophalen Konsumabneigung in Deutschland" zuschreibt. (cp)