Umstieg auf 5G: Südkoreanischer Provider sieht viele Erwartungen enttäuscht

Der Umstieg auf 5G ist laut SK Telecom nicht ideal gelaufen, viele der hoch gesteckten Erwartungen seien enttäuscht worden. Für 6G solle man daraus lernen.

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(Bild: Iaremenko Sergii/Shutterstock.com)

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Der Mobilfunkstandard 5G und viele damit verbundene Versprechungen sind den Erwartungen nicht gerecht geworden. So sieht man das jedenfalls bei dem südkoreanischen Provider SK Telecom, der dafür plädiert, aus den Erfahrungen zu lernen. Während einst beworbene Dienste wie autonomes Fahren und sogenannte digitale Zwillinge nur in der Umsetzung enttäuschten, würden Techniken wie 3D-Video, UHD-Streaming, AR/VR und ferngesteuerte medizinische Operationen noch überhaupt nicht über 5G "erfolgreich vorgeführt". Schuld sei eine Kombination aus Ursachen, darunter Einschränkungen durch die verfügbaren 5G-Geräte, zu geringe Nachfrage, rechtliche Vorgaben und technische Unzulänglichkeiten.

Wie SK Telecom in dem White Paper ausführt, beruhen Missverständnisse unter anderem auf langfristigen Versprechungen, die zu übertriebenen Erwartungen beim Umstieg auf 5G geführt hätten. So seien die beworbenen Übertragungsgeschwindigkeiten von 20 Gbit/s wegen des nötigen Ausbaus und Umstiegs bei der Infrastruktur nicht direkt erreicht worden. Außerdem hätten die Menschen beim Umstieg auf 5G die gleiche Abdeckung in der Fläche erwartet, das hätten Provider aber anfangs gar nicht erreichen können. Immerhin hätte das Netzwerk an Mobilfunkantennen deutlich ausgebaut werden müssen. Insgesamt sei nicht deutlich genug gemacht worden, dass es sich bei 5G um eine Weiterentwicklung und keine revolutionäre neue Technik handelt.

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Einhellig schlechtreden will man die neue Technik bei dem Provider aber nicht und verweist darauf, dass der Datenverkehr im Mobilfunk seit der Einführung von 5G "explosiv gewachsen" sei. Bei der Einführung von 6G solle man aber jedenfalls "erreichbare Ziele" formulieren und die auch den Konsumenten gegenüber transparent machen. Dabei müsse man beachten, dass die Qualität des Mobilfunks in Bezug auf Abdeckung und wahrgenommene Geschwindigkeit beim Umstieg mindestens beibehalten und wenn möglich direkt verbessert wird. Bei den Vorbereitungen bleibt derweil noch Zeit, SK Telecom erwartet die abschließende Bestätigung des Nachfolgestandards 6G im Juni 2030.

(mho)