Sparkasse Chemnitz gewinnt Websiteranking

Barrierefreiheit spielt bei den Banken im Internet immer noch nur eine Nebenrolle.

vorlesen Druckansicht 122 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Jörg Birkelbach

Die Sparkasse Chemnitz, die Deutsche Bank und die Commerzbank sind die Gewinner des Website Rating 2004 der Marktforscher von ibi. "Die Beurteilung der Bankauftritte erfolgte über vier Bewertungskategorien: Beratungsqualität, Usability, Online-Banking und Online-Brokerage sowie Sonstige Informationen", so Projektleiter Michael Rill in einer Presseaussendung. Die Deutsche Bank siegte im Bereich Beratungsqualität und Sonstige Informationen, während die Commerzbank das beste Ergebnis im Bereich Usability erzielte.

Zwar stand die Sparkasse Chemnitz in keiner der vier Kategorien ganz an der Spitze, dennoch zeigte sie nach Auffassung der Tester das ausgewogenste Konzept und konnte sich dadurch in der Gesamtwertung durchsetzen. Mit der Sparkasse Ostholstein und der Sparkasse Witten sind zwei weitere, vergleichsweise kleine Institute in den Top 10. Das traditionelle Verständnis, dass der Internetauftritt umso besser ist, je größer das Institut ist, gilt offenbar nicht mehr uneingeschränkt, so die Interpretation der Forscher. Die Genossenschaftsbanken haben es nach Auffassung des ibi-Teams versäumt, hochwertige Verbundlösungen zu etablieren und damit verpasst, Vorteile gegenüber der Konkurrenz zu realisieren.

Für die Studie testeten die Experten der ibi Research an der Universität Regensburg die Websites von 400 Retail-Banken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz anhand eines Katalogs mit 276 Detailkriterien. Damit sei das ibi Website Rating die umfangreichste Evaluation von Bankauftritten im Internet im deutschsprachigen Raum, so Rill. Erstmals wurden die Bankseiten auch auf Barrierefreiheit hin untersucht. Das Ergebnis ist wenig befriedigend: Nur die allerwenigsten haben sich überhaupt mit dieser Thematik auseinandergesetzt. Es kommen fast ausnahmslos Techniken zum Einsatz, die nicht barrierefrei sind. Die größten Hemmnisse waren Abhängigkeiten von dynamischen Objekten und JavaScript, unbedachte Verwendung von Frames sowie Schriftprobleme.

Es gibt aber offenbar nicht den Internetauftritt, der alle Kriterien am besten erfüllt, denn auch die Institute in den Top 10 weisen bei einzelnen Kriterienkategorien Schwächen auf. So schaffte es keine Bank, sich in allen vier Hauptkriterienkategorien in den Top 10 zu platzieren. Das könnte nach Auffassung der Tester ein Indiz dafür sein, dass sich der Vertriebskanal Internet noch immer in einer Reifephase befindet, in der sich Strukturen noch nicht vollends gefestigt haben. Größtes Potenzial für Verbesserungen des Internetauftritts sieht man im Bereich Beratungsqualität. Durch die Verwendung von Rahmenauftritten und Standardkomponenten könnten es auch kleine Institute schaffen, sich mit den großen Instituten zu konkurrieren, so das Fazit. (Jörg Birkelbach)/ (tol)