Hamburg in CeBIT-Stimmung
"Es gibt einen Trend nach oben in allen Wirtschaftregionen", sagte ein Vertreter des Bitkom zum Auftakt der CeBIT-Preview in Hamburg.
Bereits zum fünften Mal startete heute das Preview-Event zur CeBIT in Hamburg. Auf die Einladung Hightech Presseclub hin hatten sich etwa 300 Journalisten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und der tschechischen Republik akkreditiert. Den Weg in das Hamburger Congress Centrum CCH hatten am Morgen des heutigen Dienstag dann aber nicht einmal ein Drittel auf sich genommen -- immerhin endet die Veranstaltung erst am morgigen Mittwochnachmittag. Nicht erschienen war auch der geladene Vertreter der Hamburger Koalitionsregierung Gunnar Uldall, Präses der Behörde für Wirtschaft und Arbeit.
Ein Vertreter vom Unternehmerverband Bitkom eröffnete die Veranstaltung mit einem Blick auf die Wirtschaftsdaten für das laufende Jahr. "Es gibt einen Trend nach oben in allen Wirtschaftregionen", sagte er. Satte Zuwachsraten verzeichnet die EITO-Studie, die er präsentierte, vor allem in Ostasien und Osteuropa. "In Osteuropa beträgt das Marktwachstum der ITK-Branche acht bis zehn Prozent", betonte er. Seit 1970 hat sich in Deutschland das Marktvolumen für ITK-Produkte in Zehn-Jahres-Schritten verdoppelt. Von 15 Millionen Euro vor 34 Jahren über 28 Millionen im Jahr 1980, 56 Millionen im Jahr 1990 auf 132 Millionen im Jahr 2000. Eine Verdoppelung sei für 2010 allerdings nicht zu erwarten, da "dann jeder Bundesbürger die Hälfte seines Einkommens für ITK-Produkte ausgeben würde; und das ist natürlich unrealistisch", erklärte der Bitkom-Vertreter. Er sagte zudem, dass bei der Debatte um die Branchenkrise nicht vergessen werden dürfte, dass es im Jahr 2002 zwar einen Umsatzrückgang gegeben haben, das Martktvolumen aber stetig gewachsen sei und auch 2003 eindeutig über dem Niveau der Boomjahre 1998 und 1999 gelegen habe.
Führende Unternehmen der Branche wie NEC, Panasonic und Fujitsu-Siemens zeigen eine Auswahl ihrer Produktneuheiten, die sie auf der CeBIT im März präsentieren wollen, auf der CeBIT-Preview schon einmal den Fachjournalisten -- die Firmen achten dabei aber auch darauf, dass diese nicht zu früh über die Neuheiten berichten. Eine ganze Reihe von Produkten sind deshalb mit einer Sperrfrist für die journalistische Berichterstattung belegt. So zum Beispiel die gesamte Palette von Fujitsu-Siemens -- die Firma geht in diesem Jahr mit dem Claim "We make sure!" auf die CeBIT und präsentiert ihre Business-Clientprodukte stärker als bisher im Zusammenspiel mit den Servern dahinter. "'We make sure!' ist sehr ernst als Versprechen gegenüber unseren Kunden gemeint", sagte Fujitsu-Siemens-Chairman Peter Eßer gegenüber heise online. Auch im Segment Consumerprodukte und Unterhaltungelektronik wird das deutsch-japanische Jointventure in diesem Jahr mit ein paar Neuigkeiten überraschen.
NEC Deutschland stellt mit dem ND-2500A den ersten 8-fach/4-fach DVD-Brenner vor, der besonders auf den Einsatz mit HDTV-Angeboten ausgelegt ist (Aufnahmezeit pro DVD 2 Stunden (Single) oder 4 Stunden (Double)). Mit dem Beamer WT 600 präsentiert der Konzern das erste Gerät ohne Linse, das mit Spiegelprojektoren arbeitet und somit schon bei geringer Distanz zur Projektionsfläche (ab 30 cm) funktioniert. Eine weitere Neuigkeit für NEC: Erstmals gewinnt der Konzern für seinen Mini-Projektor LT170 die iF-Design-Auszeichnung. Der iF product design award wird jährlich zur CeBIT verliehen. Bislang galten die NEC-Produkte als eher nicht designoreintiert. Der LT170 zeichnet sich durch ein neues Konzept zur "Ein-Hand-Bedienung" aus. Spannende Neuigkeiten gibt es auch auf dem Feld der Plasma-TVs mit Server, über diese darf aber nicht vor März berichtet werden.
Bei Panasonic sieht man den vor drei Jahren eingeleiteten Strategiewechsel weg vom Konzept des preisgünstigen Eigenbaus von am Markt erfolgreichen Konkurrenzprodukten hin zum Trendsetter. Unternehmenssprecher Andrä B. Herrmann sagte, dass dieser Schritt absolut notwendig gewesen sei, weil die Halbwertzeit für neue Produkte am Markt heute zu kurz sei -- der Produktzyklus betrage nur noch ein Jahr, vor zwei Jahrzehnten waren es noch drei Jahre. "Für den Konsumenten ist das gut, bekommt er doch immer mehr Technik für immer weniger Geld", so Herrmann. Sein Kollege Peter Weber, PR-Manager, betonte, dass für Panasonic die CeBIT nach wie vor die weltweite Leitmesse sei. Deshalb habe das Unternehmen die Präsentationsfläche der beiden Stände auf der Messe um 300 Quadratmeter auf 2700 Quadratmeter vergrößert. Dort präsentiert Panasonic allerlei neue DVD-Rekorder, Plasma- und LCD-TVs, DECT-Telefone und Handys. (tol)