Handwerker-Portal ist zahlungsunfähig

Das Präsidium des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks hat einen Insolvenzantrag gestellt.

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Das Online-Portal Handwerk.de ist zahlungsunfähig. Das Präsidium des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) hat Ende vergangener Woche einen Insolvenzantrag gestellt. Ziel der Plattform war es, im Internet die Identität des Handwerks widerzuspiegeln und Mehrwerte für die Betriebe und Organisationen des Handwerks zu schaffen. Die in das Projekt gesetzten Erwartungen hätten sich nicht erfüllt, es gab keinen wirtschaftlichen Erfolg. Auch seien Bemühungen gescheitert, Handwerk.de durch erweiterte Kooperations- und Beteiligungsmöglichkeiten auf eine breitere Basis zu stellen. Für die Handwerksorganisation ergeben sich Verbindlichkeiten in Höhe von 8,7 Millionen Euro.

Das Portal Handwerk.de war im März 2000 angekündigt und Anfang 2001 gestartet worden. Alle 850.000 Handwerksbetriebe sollten auf einer gemeinsamen Plattform verbunden werden und durch gemeinsamen Einkauf und Informationsaustausch Kosten senken. Doch schon bald hatte das Portal Probleme: Die Entwickler der Software reichten im Januar 2002 Klage gegen die Handwerk.de AG ein. Grund seien nicht bezahlten Supportverträge. Für die Umsetzung stand der beauftragten Firma nach ihren Angaben nur wenig Zeit zur Verfügung.

Viele vermuteten bereits seinerzeit, dass sich der ZDH mit dem Portal ebenso übernommen wie verkalkuliert hat. So verfütterte man im Verlauf des Baus von Handwerk.de schon sämtliche nicht zweckgebundenen Rücklagen an das Portal. Werbung und elektronische Auftragsvermittlung sollten die erhofften Umsätze bringen. Bis 2005 wollte der Vorstand in die Gewinnzone steigen. Doch bei Handwerkern wie Surfern stieß das Portal nur auf mäßiges Interesse. (anw)