Sensiworm: Soft-Roboter soll Flugzeugtriebwerke inspizieren helfen
Flugzeuge, die nicht in der Luft sind, verursachen unnötig Kosten. Deshalb müssen Ausfälle durch Wartungsarbeiten minimiert werden. Ein Roboter könnte helfen.
Der Sensiworm kann sich auf Triebwerksteilen bewegen und sich an ihnen festsaugen.
(Bild: General Electric)
Wissenschaftler von General Electric Wissenschaftszweig GE Aerospace Research haben einen weichen Inspektionsroboter in Form eines Wurms entwickelt, der dabei helfen soll, Flugzeugtriebwerke effizienter und genauer zu inspizieren. Der Roboterwurm Sensiworm (Soft Electronics Skin-Innervated Robotic Worm) kann jede Stelle eines Triebwerks erreichen, senkrechte Flächen erklimmen, über Kopf arbeiten und sich auf rotierenden Teilen festhalten und bewegen.
Bisher erfolgt die Überprüfung von Flugzeugtriebwerken durch Wartungspersonal. Sie setzen Videoboroskope ein, um auch schwer erreichbare Stellen optisch auf Defekte überprüfen zu können. Dieses Hilfsmittel hat jedoch den Nachteil, dass es nicht alle Bereiche eines Triebwerks erreichen kann und so eine zeitaufwendige Demontage des Triebwerks nötig ist. Das sorgt für längere Ausfallzeiten von Flugzeugen.
Um das weitgehend zu verhindern, haben die Wissenschaftler den soften Roboterwurm Sensiworm zusammen mit Forschenden der New York Binghampton University sowie des in Ohio ansässigen privaten Forschungsinstitutes UES, das unter anderem Forschungsaufträge des US-Verteidigungsministeriums übernimmt, entwickelt.
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Der Roboterwurm besteht aus einem flexiblen Polymer, der sich raupenartig fortbewegt. Zwei Saug-Aktuatoren ermöglichen es ihm, sich an nahezu beliebige Untergründe anzusaugen. Abwechselnd geschaltet, schiebt und zieht sich der Roboter so vorwärts. Die Haftung erlaubt es ihm auch, sich auf rotierenden Triebwerksteilen festzuhalten und sich dabei auf ihnen fortzubewegen. Außerdem kann er kopfüber Triebwerksteile inspizieren.
Eine hochauflösende Kamera, die mit einer Leuchte versehen ist, liefert über Kabel ein Bild, das aufgezeichnet und analysiert werden kann. Dadurch können Risse und etwaige Korrosion der Triebwerksteile frühzeitig erkannt und Reparaturen eingeleitet werden.
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Sensiworm hat allerdings noch weitere Sensoren mit an Bord, die etwa Gaslecks entdecken und die Dicke von Wärmedämmschichten und Triebwerksteilen messen können.
Ausbau fĂĽr autarke Inspektionen
Die Wissenschaftler und General Electric haben mit Sensiworm viel vor. Sie beabsichtigen, ihn in einem weiteren Schritt so auszubauen, dass mit ihm ferngesteuert kleinere Reparaturen vorgenommen werden können. Im Endausbau soll er dann autark agieren können. Stromversorgung, die Druckerzeugung zur Fortbewegung und die nötige Rechenleistung sollen dann im Roboter selbst integriert sein. Derzeit erfolgt die Versorgung noch über Kabel und Schläuche. Damit soll Sensiworm dann auch in der Lage sein, Reparaturen selbstständig durchzuführen, so der Plan der Forscher.
Förderer des Projektes sind SEMI Flex Tech, die auf die Unterstützung von Hybridelektronik-Entwicklungen spezialisiert sind, sowie das US Army Research Lab.
(olb)