MWC: JIL-Widget-Plattform gewinnt an Fahrt

Die Handy-Hersteller HTC, Huawei, Lenovo und ZTE haben auf dem Mobile World Congress Unterstützung angekündigt für die JIL-Initiative zur Standardisierung einer Widget-Engine für mobile Webapplikationen. Eine Schlüsselrolle spielt die Initiative auch bei der Wholesale Applications Community.

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Von
  • Alexander Neumann

Bei JIL (Joint Innovation Lab) handelt es sich um eine ursprünglich von Vodafone, China Mobile, Softbank und Verizon vorangetriebene Initiative zur Standardisierung einer Widget-Engine für mobile Webapplikationen. Nachdem LG, Research in Motion (Blackberry), Samsung und Sharp bereits vor einiger Zeit ihre Zusage zur Unterstützung von JIL gegeben hatten, zeichnet sich im Rahmen des Mobile World Congress (MWC) eine breite Unterstützung der Initiative ab, denn die Handy-Hersteller HTC, Huawei, Lenovo und ZTE haben vor Ort angekündigt, die JIL-1.2-Spezifikation zu unterstützen.

Zukünftige Geräte der Hersteller sollen also in der Lage sein, JIL-kompatible Widgets auszuführen. Hierdurch werden Anwendungsentwicklern eine Reihe weiterer Endgeräte zur Verfügung stehen, die die JIL-Plattform unterstützen. Endkunden können von einer größeren Auswahl an Applikationen sowie eine Integration in den Home-Screen der Endgeräte profitieren.

Eine Schlüsselrolle spielt JIL auch bei der während des Mobile World Congress in Barcelona von 24 Mobilfunkbetreibern angekündigten Wholesale Applications Community. Die neue Community möchte der Fragmentierung der unterschiedlichen mobilen Marktplätze entgegenwirken und eine offene Industrieplattform schaffen, von der neben den Anwendungsentwicklern und den Netzbetreibern vor allem die insgesamt drei Millarden Kunden beteiligter Firmen profitieren sollen. Die Allianz hat angekündigt, neben JIL auch die OMTP-BONDI-Anforderungen als Basis zu nutzen und diese innerhalb der nächsten zwölf Monate zusammenzuführen. Man arbeitet auch mit dem W3C zusammen, um ein geräteübergreifendes Entwickeln von Anwendungen zu ermöglichen.

Vodafone setzt das Ganze bereits in die Praxis um und veranstaltete auf dem MWC im Rahmen der App-Planet-Veranstaltung "die Vodafone 360 Developer"-Konferenz, bei der Vodafones 360-Plattform im Vordergrund stand, die ebenfalls aus JIL-konforme Widgets besteht. JIL-CEO, Peters Suh, erwähnte, dass die Unterstützung durch HTC, Huawei, Lenovo und ZTE die Stärke der JIL-Initiative unterstreiche, eine einheitliche offene Plattform zu schaffen. Die Initiative gewinnt zunehmend mehr Unterstützer nicht nur von Mobilfunkbetreibern, sondern auch von Geräteherstellern und soll vor allem ein Gegengewicht zu der von einzelnen Herstellern wie Apple, Google und Microsoft kontrollierten Anwendungsplattformen mit ihren plattformbezogenen Application Stores bieten. Man will Entwicklern neue Möglichkeiten bieten und eine plattformübergreifende auf Webstandards basierende Anwendungsarchitektur etablieren. (Kay Glahn) (ane)