Die tiefere Bedeutung des Kampfs gegen Spam

Der Kampf gegen Spam könnte sich trotz vieler Einzelfortschritte als aussichtlos erweisen, meint Technology-Review-Kolumnist Simson Garfinkel. Und das lasse Schlimmes auch für andere neue Technologien erwarten.

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Von
  • Sascha Mattke

Trotz neuer Gesetze und technischer Konzepte und trotz des entschiedenen Vorgehens vieler Provider gegen Spam: Der Kampf gegen die Müllmail-Plage droht verloren zu gehen, schreibt der Internet-Experte Simson Garfinkel in seiner Kolumne für Technology Review. Für Besorgnis erregend hält er vor allem den Trend, dass sich Spammer zunehmend der Dienste von Cyberkriminellen bedienen.

So würden immer öfter mit Hilfe von Viren und Würmern geknackte Rechner von Privatnutzern dazu missbraucht, Spam von scheinbar legitimen E-Mail-Konten zu versenden. Diese Vorgehen könnte viel versprechende neue Anti-Spam-Initiativen wie etwa "Sender Permitted From" oder das von Yahoo entwickelte "Domain Key"-System aushebeln. Ebenso würden bezahlte Hacker manchmal bereits wieder freigegebene IP-Adressen durch Einbrüche in Server von Internet-Providern als wieder aktiv ausgeben; diese Adressen nutzen sie dann für Spam-Aktionen, um sie anschließend wieder verschwinden zu lassen.

All das laufe womöglich auf ein "endloses Wettrüsten" hinaus, "das Spammern das Leben vielleicht schwieriger macht, ihnen aber nicht endgültig das Handwerk legen kann", schlussfolgert Garfinkel. Und er stellt diese Befürchtung in einen größeren Zusammenhang: Wenn es eine kleine Gruppe von Kriminellen schafft, das vom Internet ermöglichte "mächtige Werkzeug" E-Mail zum Schaden der meisten Nutzer zu missbrauchen, was ist dann von anderen neuen Technologien wie Bio- oder Nanotech zu erwarten?

Den vollständigen Artikel von Simson Garfinkel bringt die deutsche Ausgabe von Technology Review:

Zur Situation bei der Bekämpfung von Spam siehe auch: (sma)