Finmatica-Finanzskandal: Hausarrest gegen Chefs aufgehoben

Den Chefs des in einen Bilanzfälschungsskandal verwickelten italienischen Software-Unternehmens wird vorgeworfen, die Offenlegungspflichten bezüglich der Finmatica-Bilanzen verletzt und Marktmanipulationen begangen zu haben.

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  • dpa

Die Chefs des in einen Bilanzfälschungsskandal verwickelten italienischen Software-Unternehmens Finmatica sind am Dienstag wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Die Freilassung habe ein Revisionsgericht in Brescia entschieden, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Die Gründe dafür wurden zunächst nicht bekannt. Seit Wochen sorgt bereits der Finanzskandal um den insolventen Lebensmittelkonzern Parmalat für Aufsehen.

Finmatica-Unternehmens-Präsident Pierluigi Crudele und Vorstandschef Fabio Bottari waren am 24. Januar auf Anweisung der Staatsanwaltschaft von Brescia unter Hausarrest gestellt worden. Ihnen wurde vorgeworfen, die Offenlegungspflichten bezüglich der Finmatica-Bilanzen verletzt und Marktmanipulationen begangen zu haben.

Die Aktien des börsennotierten Konzerns, der auf Software-Anwendungen für Banken und Versicherungen spezialisiert ist, sind bereits seit Wochen vom Handel ausgesetzt. Das Unternehmen war ins Visier der Ermittler gerückt, nachdem Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen und bei einer geplanten Emission von Wandelanleihen im Wert von 55 Millionen Euro entdeckt worden waren. Finmatica hatte am 7. Januar überraschend auf die Emission verzichtet.

Die WirtschaftsprĂĽfer von PricewaterhouseCoopers hatten vor wenigen Tagen die wahren Nettoschulden des Konzerns zum 31. Januar mit 178,1 Millionen Euro angegeben. In der Finmatica-Bilanz Ende 2003 war ein Fehlbetrag von 89,3 Millionen Euro verzeichnet worden. (dpa) / (jk)