Phonoverbände wollen an Schulen den "Wert der Kreativität" vermitteln
Die IFPI und die GEMA sind besorgt über das Musikleben in Deutschland. Sie haben deshalb Unterrichtsmaterialien erarbeitet, an denen sich auch "Prinzen"-Sänger Tobias Künzel beteiligt.
"Alles nur geklaut" -- diesen Titel trägt ein neues Themenheft mit Unterrichtsmaterial und Informationen zu musikalischer Kreativität. Erarbeitet haben es die deutschen Phonoverbände zusammen mit der GEMA und Schott Musik International. Der Titel entstammt einem Lied der "Prinzen" -- deren Sänger Tobias Künzel gibt in dem Heft auch in einem Interview Auskunft über die Entstehung seiner Musik. Das Lied ist, wie auch alle Lernmaterialien, als Hörbeispiel auf der beigefügten Mixed-mode-CD enthalten, teilt die IFPI mit.
Das Themenheft ist ein Sonderheft der Zeitschrift "Musik und Bildung". Es wird heute auf der Bildungsmesse Didacta in Köln präsentiert. Das Heft richtet sich an Lehrer der Sekundarstufen I und II, die im Unterricht das Thema "musikalische Kreativität und Urheberrecht" behandeln wollen. Neben Informationen über das Urheberrecht und die Wertschöpfungskette von Musik enthält das Themenheft die Konzeption mehrerer Unterrichtseinheiten.
Reinhold Kreile, Vorstandsvorsitzender der GEMA, meint zu der Initiative: "Der jungen Generation muss verstärkt kommuniziert werden, dass das geistige Eigentum auch durch neue Technologien nicht wertlos wird, sondern ein besonderes Gut darstellt. Aufklärungsmaßnahmen sind daher nichts Geringeres als Zukunftsinvestitionen für das Musikleben in unserem Lande. Kenntnisse um die Rechte der Musikurheber bei der heranwachsenden Generation sichern langfristig eine vitale Musikkultur."
Im vergangenen Jahr hatte ein anderer "Prinzen"-Sänger, Sebastian Krumbiegel, die Musikindustrie noch hart kritisiert. Sie habe Musik häufig zu einer austauschbaren, künstlichen Ware gemacht, meinte er im Juli. Viele Menschen könnten nicht mehr erkennen, dass hinter Produktionen Kreativität und harte Arbeit stecke. Daraus sei ein Nährboden für "Piraterie" entstanden, also für das schnelle Beschaffen und Wegwerfen von Songs. (anw)