Internet-Nutzung: Kluft zwischen Männern und Frauen wird größer
Der Anteil der Frauen, die online gehen, nimmt in Deutschland weniger zu als der Anteil der Männer im Internet.
Im vergangenen Jahr waren 59 Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen online. Damit stieg der Unterschied zwischen den Geschlechtern von 14 auf 17 Prozentpunkte an, denn im Jahr zuvor waren noch 49 Prozent der Männer und 35 Prozent der Frauen im Internet. Das ist das Ergebnis einer Sonderauswertung des "(N)onliner Atlas 2003", die vom Verein "Frauen geben Technik neue Impulse e.V." gemeinsam mit der Initiative D21 und TNS Emnid zum zweiten Mal durchgeführt wurde. Dafür wurden rund 30.000 Personen über 14 Jahren zur Online-Nutzung befragt.
In Hessen sind 48 Prozent der Frauen online und in Schleswig-Holstein 47 Prozent, während in Bremen und Mecklenburg-Vorpommern jeweils 36 Prozent der Frauen online sind. In Hamburg ist der Unterschied der Nutzungsquoten so groß wie in keinem anderen Bundesland: Hier sind 69 Prozent der Männer und 41 Prozent der Frauen online.
Die Internet-Nutzung steigt zwar mit höheren Bildungsqualifikationen an, trotzdem gibt es bei der Generation "60plus" mit Abitur oder Hochschulabschluss ein starkes Gefälle zwischen Frauen und Männern. Schülerinnen, die zu 83 Prozent online sind, liegen dagegen ähnlich hoch wie ihre männlichen Kollegen, bei denen die Quote 85 Prozent beträgt.
Etwa 14 Prozent der Seniorinnen und 31 Prozent der Senioren zwischen 60 und 69 Jahren nutzen das Internet, 75 Prozent der Menschen über 50 Jahren sind noch offline. Die Bevölkerung in Deutschland im Alter von "50plus" hat an das Internet spezifische Anforderungen und Bedürfnisse, die derzeit kaum erfüllt werden, stellt die Untersuchung fest. Vor diesem Hintergrund hat das Familienministerium heute das Projekt "Online-Kompetenz für die Generation 50plus" gestartet. (anw)