Chemikalien-Prozess gegen IBM: Die Geschworenen entscheiden

Von der Entscheidung der Geschworenen im Prozess gegen IBM wegen angeblich gesundheitsschädlicher Chemikalien in einem Festplattenwerk hängt nun auch maßgeblich ab, wie die Chancen der 257 Folgekläger stehen.

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Von
  • Torge Löding

Nun hängt es an den zwölf Geschworenen: Im Prozess von zwei ehemaligen IBM-Mitarbeiter gegen Big Blue wurden die Abschlussplädoyers von Anklage und Verteidigung gehalten. Jetzt muss eine Mehrheit von mindestens neun der Jury-Mitglieder zusammenkommen, um zu bestimmen, ob IBM den beiden Klägern einen Schadenersatz zahlen muss oder nicht. Die juristische Latte für die beiden liegt zumindest hoch.

Die ehemaligen IBM-Angestellten Jim Moore und Alida Hernandez klagen, weil der Konzern krebserregende Chemikalien im Festplatten-Werk in San Jose eingesetzt und die damit verbundenen Gesundheitsrisiken verschwiegen haben soll. Sie müssen aber nachweisen, dass die Chemikalien tatsächlich gesundheitsschädlich sind, IBM davon gewusst und trotzdem keine Maßnahmen dagegen ergriffen hat. Der Konzern weist diese Darstellung zurück.

"Wenn Sie bei jemanden Hinweise darauf finden, dass er chemischen Substanzen ausgesetzt war und Symptome davon, dann müssen Sie es ihm sagen. Das schreibt das Gesetz vor. Warum konnte in diesem Fall niemand im Laufe einer Dekade auch nur ein Wort sagen?", zitieren US-Medien heute das Abschlussplädoyer des Vertreters der Anklage, Richard Alexander. Der Anwalt der Verteidigung, Robert Weber, hingegen bezweifelte, dass die Krebsleiden der Kläger in einem Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit bei IBM stehen.

Von der Entscheidung der Geschworenen hängt nun auch maßgeblich ab, wie die Chancen der Folgekläger stehen. Bis zu 257 ähnliche Fälle seien in Vorbereitung, drei davon sollen im März in New York vor Gericht kommen. (tol)