Erneut Aktion gegen Kinderpornografie im Internet

Mit einer international abgestimmten Aktion gegen 60 Verdächtige weltweit ist die Polizei gegen die Verbreitung von Kinderpornografie im Internet vorgegangen.

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  • dpa

Mit einer international abgestimmten Aktion ist die Polizei am Donnerstag gegen die Verbreitung von Kinderpornografie im Internet vorgegangen. Seit dem frühen Morgen wurden weltweit die Wohn- und Geschäftsräume von 60 Verdächtigen durchsucht, darunter 26 aus Deutschland, berichtete das für die Koordination in Deutschland federführende Landeskriminalamt (LKA) Hessen in Wiesbaden. Ein 59-jähriger Solinger wurde verhaftet. Zu den 31 Objekten in Deutschland gehörten auch zwei Wohnungen in den Hamburger Stadtteilen Winterhude und Wandsbek, sagte ein Polizeisprecher in der Hansestadt. Dort sichergestelltes Beweismaterial werde nun ausgewertet. Durchsuchungen habe es unter anderem auch in Australien, Belgien, Frankreich, England, Italien, Malaysia, Peru, Polen, Russland und den USA gegeben.

Seit 6.00 Uhr der jeweiligen Ortszeit seien die Fahnder bei der "Operation Odysseus" vorgegangen, berichtete das hessische LKA. Die Aktion habe sich gegen Mitglieder verschiedener geschlossener Benutzergruppen im Internet gerichtet, die Kinderpornos tauschten. Bei den Durchsuchungen wurden laut LKA PCs, Disketten, Festplatten, CDs, DVDs und Videos sichergestellt. In letzter Zeit gab es eine Reihe von Polizeiaktionen gegen Kinderporno-Ringe. So waren am 11. Februar die Wohnungen von 100 Verdächtigen aus dem In- und Ausland durchsucht, darunter auch ein Objekt in Hamburg.

Das Internet hat sich nach Darstellung der Fahnder zum vorherrschenden Medium für den Austausch kinderpornografischer Bilder, Videosequenzen und anderer Darstellungen entwickelt. Es ermögliche den Tätern eine schwer kontrollierbare Weitergabe von Kinderpornos ohne Zeit- und Qualitätsverlust. Zudem setzen die scheinbaren Anonymität des Internets die Hemmschwelle für den Bezug solchen Materials herab. (dpa) / (jk)