Infineon kämpft mit Lieferproblemen
Angesichts der massiven Lieferengpässe in der Branche ist nach Ansicht des Infineon-Chefs der Chip-Preisverfall gestoppt.
Die steigende Nachfrage nach Chips bringt den Münchener Halbleiterhersteller Infineon in eine ungewohnte Situation: Die Nachfrage ist größer als das Angebot. "Wir können die Kundenwünsche derzeit nicht in vollem Umfang befriedigen", räumte Infineon-Chef Ulrich Schumacher im Gespräch mit dem Handelsblatt ein. Einer Auslastung des Unternehmens von 100 Prozent stehe eine Nachfrage von 110 Prozent gegenüber. "Jetzt rächt sich, dass in den vergangenen schwachen Jahren viele Unternehmen nicht gegen den Konjunturtrend investiert haben", sagte Schumacher weiter.
Angesichts der massiven Lieferengpässe in der Branche sei der drastische Preisverfall der Vergangenheit gestoppt. In manchen Bereichen stiegen die Preise für Chips sogar wieder an. Durch den Preisverfall von rund 30 Prozent habe Infineon im vergangenen Geschäftsjahr rund 1,5 Milliarden Euro Umsatzeinbußen erlitten. Der Infineon-Chef betonte, dass diese Entwicklung nun gestoppt sei. "Die Zeit der Nachlässe ist vorüber." Vor diesem Hintergrund sei die viel diskutierte Verlagerung der Konzernzentrale von München ins Ausland derzeit kein Thema. Das Unternehmen arbeite jedoch weiterhin an dem Ziel, Steuern zu sparen. (tol)