US-Industrieverband empfiehlt Unterhaltungsindustrie Geduld

Der industrienahe Verband CED meint, schnell errichtete härtere Gesetze zum Schutz der Urheberrechte könnten der Unterhaltungsindustrie selbst schaden.

vorlesen Druckansicht 52 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Forderungen der US-amerikanischen Unterhaltungsindustrie nach mehr und härteren Gesetzen zum Schutz der Urheberrechte stoßen nicht nur bei Bürgerrechtlern auf Kritik. In einem Bericht des Digital Connections Council im industrienahen Committee for Economic Development (CED) heißt es, in der digitalen Welt mit der Möglichkeit, perfekte Kopien zu erstellen, sei es nötig, konzentriert nachzudenken, anstatt schnell Gesetze zu erlassen und juristisch aktiv zu werden. Die von der Industrie geforderten Gesetze könnten das Gleichgewicht zwischen den Rechten der Kreativen und jenen der Öffentlichkeit ins Wanken bringen. Damit könne sich die Unterhaltungsindustrie selbst schaden.

Der Bericht beschreibt die Situation als "digitales Dilemma": Die gleichen Techniken, mit denen digitale Inhalte erstellt, manipuliert, reproduziert und vertrieben werden können, könnten dazu genutzt werden, um den Zugriff zu digitalen Inhalten zu verhindern. Dabei bezieht sich das CED auf Analysen der National Academy of Sciences. In der politischen Debatte stünden sich zwei Seiten gegenüber: Auf der einen jene, die ihre Rechte an digitalen Inhalten schützen wollen und auf der anderen jene, die um den öffentlichen Zugang zu diesen Inhalten fürchten.

Das CED, das sich nach eigenen Angaben seit über 60 Jahren dafür einsetzt, die US-amerikanische Wirtschaft den modernen Gegebenheiten anzupassen, gibt der Unterhaltungsindustrie einige Empfehlungen. Schnelle gesetzliche Lösungen bergen ihrer Meinung die Gefahr, dass das wirtschaftliche Wachstum leiden könne. "In einer Zeit schnellen technischen Wandels sollten wir uns langsam bewegen." Die Content-Industrie solle sich darauf konzentrieren, Geschäftsmodelle zu entwickeln und zu testen. Das CED empfiehlt den Einsatz von Digital Rights Management. Zudem sollten bestehende Strategien in der Strafverfolgung und in Bildungsinstitutionen beibehalten werden. (anw)