EU-Kommission stellt Verfahren gegen Telekom nach Preissenkung ein

Die EU-Kommission hatte moniert, wegen der hohen Telekom-Preise könnte das Breitband-Geschäft für andere wenig rentabel sein.

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Die Deutsche Telekom wird die Gebühren für andere Anbieter zur gemeinsamen Nutzung von Breitband-Kabeln senken. Das teilte die EU-Kommission heute Abend in Brüssel mit. Dadurch werde zu Gunsten der Verbraucher mehr Wettbewerb beim Breitband-Zugang möglich, erklärte die Kommission. Deshalb stelle sie ihre Ermittlungen wegen möglichen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung ein. Die Kommission hatte moniert, wegen der hohen Telekom-Preise könnte das Breitband-Geschäft für andere wenig rentabel sein.

Die Deutsche Telekom ist auf Vorleistungs- und auf Endkundenebene der dominierende Marktteilnehmer beim Breitband-Zugang in Deutschland, schreibt die EU-Kommission. Auf Vorleistungsebene sei die Telekom der einzige deutsche Netzbetreiber mit einem bundesweiten Anschlussnetz. Um Endkunden vergleichbare Dienste anbieten zu können, benötigten Wettbewerber auf Vorleistungsebene den Zugang zu dieser Infrastruktur. Bei den Endkunden-Zugangsdiensten habe die Telekom nach mehr als drei Jahren des Wettbewerbs immer noch etwa 90 Prozent Marktanteil.

Das Verfahren der Kommission wurde im Jahre 2002 aufgrund einer Beschwerde des deutschen Wettbewerbers QSC eingeleitet. Die Ermittlungen hätten Hinweise darauf erbracht, dass die Telekom ihre marktbeherrschende Stellung seit März 2002 missbraucht hat, also ab dem Zeitpunkt, zu dem die Line-Sharing-Entgelte erstmals von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) festgelegt worden waren. (anw)