Inode erstreitet günstigere Entbündelung für Telekom-Leitungen
Inode, nach eigenen Angaben zweitgrößter Internet-Provider Österreichs, hat eine erhebliche Senkung der Entbündelungskosten per 1. März erreicht.
Inode, nach eigenen Angaben zweitgrößter Internet-Provider Österreichs, hat eine erhebliche Senkung der Entbündelungskosten per 1. März erreicht. Der Anbieter gibt den erstrittenen Preisvorteil von 65,41 Euro (inklusive 20 Prozent Umsatzsteuer) pro Neuanschluss an seine Kunden weiter. Bei einer Entbündelung wird die von der Vermittlungsstelle zum Endkunden führende Telekommunikationsleitung vom Ex-Monoplisten Telekom Austria übernommen und direkt mit dem Netz eines alternativen Betreibers verbunden.
Neben einer monatlichen Miete von 13,08 Euro, die unverändert bleibt, müssen die alternativen Anbieter auch die Kosten für den Entbündelungsvorgang tragen. Für die Neuherstellung eines Anschlusses wurden dem Provider bislang knapp 200 Euro verrechnet. Die Telekom hatte sich dafür auf Regulierungsbescheide berufen, in denen unterschiedliche Entgelte für Entbündelungen mit (130,81 Euro) beziehungsweise ohne Arbeiten (65,41 Euro) beim Endkunden angeführt sind. Bislang wurden beide Gebührensätze in Rechnung gestellt. Inode hat sich nun nach 18 Monate währenden Verhandlungen mit der Rechtsansicht durchgesetzt, dass bei Übernahme einer aktiven Leitung nur der niedrigere Tarif, bei einer Neuherstellung nur der höhere Tarif zu bezahlen ist. Doppelverrechnungen bei Neuherstellungen wird es künftig also nicht mehr geben. Da die Telekom einem Diskriminierungsverbot unterliegt, gilt die Preissenkung für alle Anbieter, die entbündelte Leitungen einsetzen wollen.
Die Regulierungsbehörde bestätigte auf Anfrage von heise online, ein Streitschlichtungsverfahren durchgeführt zu haben. An der Höhe der Herstellungsentgelte bezüglich entbündelter Teilnehmeranschlussleitungen habe sich allerdings nichts geändert. Telekom Austria wollte keine Stellungnahme abgeben, lediglich die Einigung mit Inode wurde bejaht. Den Neukunden kann es egal sein, solange ihr Provider seine Einrichtungstarife entsprechend senkt. Theoretisch sind auch schmalbandige Entbündelungen für reine Sprach- und Dial-Up-Verbindungen möglich. Diese sind sowieso billiger, werden am Endkundenmarkt aber praktisch nicht angeboten. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)