Kazaa-Gründer bietet Lösung für selbst geschaffenes Problem

Datenverkehr durch Peer-to-Peer-Dateitausch bringt die Netze mancher Provider an den Rand des Zusammenbruchs. Caching könnte das Problem abmildern -- und der Kazaa-Gründer ist mit von der Partie.

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Von
  • Sascha Mattke

Datenverkehr durch Peer-to-Peer-Dateitausch hat sich nach Ansicht vieler Provider zu einer schweren Belastung für die Netz-Infrastruktur entwickelt. Die Provider stehen dadurch vor der unangenehmen Entscheidung, entweder unzufriedene Nutzer hinzunehmen, oder Geld für zusätzliche Übertragungskapazität auszugeben. Eine günstigeren Ausweg könnte Software bieten, die häufig getauschte Dateien lokal zwischenspeichert. Und genau eine solche Lösung kommt vom Start-up Joltid des Kazaa-Miterfinders Niklas Zennström, berichtet Technology Review.

Das Produkt namens Peercache hebt sich dadurch von anderen Angeboten dieser Art ab, dass Joltid mit dem intimen Wissen des Kazaa-Gründers arbeiten kann, dessen Tauschbörsen-Technologie heute mit Abstand die größte Verbreitung hat - niemand dürfte das dabei eingesetzte Fasttrack-Protokoll so gut kennen wie Zennström. Dadurch sollte es Joltid leichter fallen, überhaupt zu erkennen, welcher Teil des Datenverkehrs von Tauschbörsen stammt. Dieses Problem ist nicht trivial, weil P2P-Verkehr oft aussieht wie ganz normnale Web-Daten.

Die durch den wachsender Tauschbörsen-Traffic aufgerissene Marktlücke könnte sich allerdings bald wieder schließen: Es sind neue Protokolle in Entwicklung, die das Problem bei ihrem Design berücksichtigen. Laut dem schwedischen Verteilte-Systeme-Forscher Per Brand ist beispielsweise Gnutella sehr effizient beim Verteilen von Daten - allerdings extrem verschwenderisch bei der Suche danach.

Zu dem Projekt siehe den Artikel in Technology Review aktuell: (sma)