Run auf Mobilfunknetze im Irak

Netzüberlastungen und Gesprächsabbrüche stehen in allen drei kommerziellen Mobilfunknetzen des Landes auf der Tagesordnung.

vorlesen Druckansicht 106 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

In der ersten Woche seit dem Start seines Netzes hat der südirakische Mobilfunk-Netzbetreiber Atheer Telekom 40.000 Kunden gewonnen. Das GSM-Netz, das vom kuwaitischen Teilhaber MTC geführt wird, war erst am 1. März online gegangen. Erstaunlich ist nicht nur der trotz bescheidener Netzabdeckung große Kundenansturm, sondern auch die Tatsache, dass das junge Unternehmen diese vielen Anmeldungen und Aktivierungen offenbar verarbeiten kann. Netzüberlastungen und Gesprächsabbrüche sollen aber in allen drei kommerziellen Mobilfunknetzen im Irak auf der Tagesordnung stehen.

Die US-Verwaltung des Landes hatte im Oktober drei regionale Mobilfunklizenzen vergeben. Im Zentral-Irak mit der Region Bagdad war die mehrheitlich Orascom gehörende Iraqna zum Zug gekommen. Zwischen dem Start am 5. Februar und dem Monatsende wurden schätzungsweise 50.000 Kunden begrüßt, wie Orascom heise online auf Anfrage mitteilte. Lediglich in Kurdistan hatte schon seit Jahren ein GSM-Netz bestanden, das nun unter dem neuen Namen Asia-Cell ausgebaut wird. Es dürften aber deutlich über 100.000 sein, denn nach Angaben der US-Verwaltung gab es Ende Februar bereits 225.000 Mobilfunk-Nutzer im Irak.

Ob darin auch die Kunden des Satelliten-Telefonnetzes Thuraya sowie des für das US-Militär und die internationalen Organisationen in Bagdad errichteten Netzes enthalten sind, ist unklar. Die Behörde erwartet jedes Monat 150.000 zusätzliche Handynutzer im Land. Der Plan, bis Jahresende durch den Aufbau des ruinierten Festnetzes insgesamt 15 Millionen Kunden anzuschließen, erscheint allerdings doch etwas utopisch. (Daniel AJ Sokolov) / (anw)