Cebit

Plextor-Brenner analysiert DVDs

Das Besondere am neuen DVD-Brenner PX-712A ist nicht seine zwölffache Brenngeschwindigkeit, sondern seine Analysefunktion für CDs und DVDs.

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Der japanische Laufwerkshersteller Plextor wird auf der CeBIT (Halle 21 / Stand A12) einen 12X-DVD-Brenner PX-712A zeigen, der die Qualität der gebrannten CDs und DVDs analysiert und somit frühzeitig vor drohenden Datenverlusten warnen kann. Dazu liefert Plextor eine neue Version der Plextools Professional mit, die mit Hilfe eines "Q-Checks" die BLER, C1- und C2- Fehler von CDs sowie die PI Sum 8, PIF und POF von DVDs messen kann. Anhand dieser Rohdatenfehleranalyse lässt sich die Qualität des gebrannten Rohlings beurteilen. Außerdem kann man sich die Beta- und Jitter-Werte der gebrannten Scheiben sowie Focus-Error und Tracking-Error von blanken Medien anzeigen lassen.

Bisher war es für Anwender lediglich mit der von LiteOn entwickelten Software KProbe möglich, die Fehlerraten von DVDs zu überprüfen. KProbe läuft aber ausschließlich mit LiteOn-Laufwerken und wird vom Hersteller nicht offiziell unterstützt. Nach bisherigen Vergleichen von c't schwanken die Messergebnisse von KProbe von Laufwerk zu Laufwerk und sind nur in etwa zwei von drei Fällen einigermaßen zuverlässig. Plextor konnte bisher mit seinem CD-Brenner Plexwriter Premium nur CDs überprüfen -- die Messungen fielen dabei allerdings besser aus. Auch wenn diese Analysemethoden kein kalibriertes Laborequipment für mehrere zehntausend Euro ersetzen können, bieten sie doch für den Privatanwender eine günstige Methode, ungefähr abzuschätzen, ob Rohlinge o. k. sind oder nicht.

Eine solche Prüfmethode wird bei den hohen Fehlerraten, die c't in seinem jüngsten Vergleichstest von 8X-Brennern festgestellt hat, immer wichtiger. So wird der Anwender selbst prüfen können, welche Rohlinge für die von Plextor angekündigten Brenngeschwindigkeiten von maximal 12X für DVD+R, 8X für DVD-R, 4X für DVD+RW und DVD-RW, 48X für CD-R und 24X für CD-RW wirklich einsetzbar sind. Die neuen 8X-DVD+R-Rohlinge von Plextor, die im April erscheinen, sollen sich beispielsweise mit dem PX-712A problemlos mit 12X beschreiben lassen, sodass man laut Plextor bereits nach sechs Minuten einen Rohling komplett gebrannt hat.

Auch beim Lesen stellt der PX-712A mit 48X für CDs und 16X für DVDs einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf. Brennfehler vermeidet Plextor mit der bekannten Powerrec-Technik, die bei zu schlechten Rohlingen das Schreibtempo automatisch abbremst. Nach bisherigen Ergebnissen von c't ist Powerrec allerdings der von Philips entwickelten Technik "Walking-OPC", die zusätzlich noch die Laser-Stärke reguliert, unterlegen. Die interne IDE-Version des PX-712A soll im Mai für knapp 208 Euro auf den Markt kommen, eine Serial-ATA- und eine externe Version sollen später folgen.

Bei der Frage nach der Unterstützung von Dual-Layer-Rohlingen (DVD+R9) mit 8,5 GByte Speicherkapazität hält sich Plextor noch bedeckt. In der offiziellen Pressemitteilung zum PX-712A ist nichts davon zu lesen. Auf Nachfrage von heise online hieß es, eine mögliche Unterstützung werde derzeit noch geprüft -- man könne sie zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigen noch völlig ausschließen. Philips hatte derweil bereits für April einen 8X-DVD-Brenner mit DVD+R9-Unterstützung angekündigt. (hag)