Telekom-Chef Ricke: Personal wird weiter abgebaut

Die Telekom wird in diesem Jahr trotz guten Geschäfts aber auch -- wie geplant -- keine Dividende an ihre Aktionäre ausschütten.

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  • JĂĽrgen Kuri

Die Deutsche Telekom will weiter massiv beim Personal kürzen. Jährlich wolle der Konzern rund 10.000 Stellen abbauen, sagte Telekom-Vorstandschef Kai-Uwe Ricke bei der Vorstellung der Bilanzzahlen. Der Konzern müsse noch effizienter werden und die zu hohen Personalkosten weiter senken. "Das ist ein schwieriger Weg, aber wir haben dazu keine Alternative."

In den laufenden Tarifverhandlungen gehe es für die Telekom vor allem auch darum, die Arbeitszeit für rund 100.000 Mitarbeiter um rund zehn Prozent ohne Lohnausgleich zu verringern, sagte Ricke. Eine solche Senkung der Arbeitszeit schaffe Raum für zusätzliche Stellen und führe zu Einsparungen bei den Personalkosten. Auch das Abfindungsprogramm für Mitarbeiter werde fortgesetzt. Im Jahr 2003 hätten davon rund 1.700 Mitarbeiter Gebrauch gemacht.

Ebenso werde der Transfer in die Personalagentur Vivento fortgeführt. Bis Ende 2003 seien bereits mehr als 19.000 Mitarbeiter transferiert worden. Rund 3.700 Mitarbeiter seien über Vivento auf neue Arbeitsplätze vermittelt worden -- davon rund 2.200 außerhalb des Konzerns. Im Telekom-Konzern waren Ende 2003 insgesamt 248.519 Mitarbeiter beschäftigt. In den Tarifverhandlungen, die am Mittwoch in Bonn fortgesetzt wurden, fordert die Gewerkschaft Ver.di neben einer Gehaltserhöhung um vier Prozent vor allem eine Beschäftigungssicherung.

Die Telekom wird in diesem Jahr trotz guten Geschäfts aber auch -- wie geplant -- keine Dividende an ihre Aktionäre ausschütten. Im nächsten Jahr werde es wieder eine Dividende geben, kündigte Ricke an. Das Geschäftsjahr 2003 sei "sehr zufriedenstellend" verlaufen und die Wende sei geschafft. "Unsere Doppelstrategie aus Schuldenreduzierung einerseits und Förderung des profitablen Wachstums andererseits ist aufgegangen." Die Deutsche Telekom ist im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz der Belastungen durch das Maut-Debakel wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. (jk)