Fernseher mit integriertem Maxdome-Client

LG hat angekündigt, künftig Fernseher anzubieten, mit denen sich Filme des Video-on-Demand-Dienstes direkt abrufen lassen.

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Auf der letztjährigen IFA präsentierte LG den Prototyp eines Flat-TVs mit integriertem Client für den Video-on-Demand-Dienst Maxdome, nun kündigte das Unternehmen erste Seriengeräte an. Auf insgesamt 28 kommenden LG-Modellen aus 3 Produktreihen lassen sich künftig per Knopfdruck Filme aus der Online-Videovideothek abrufen. Keines der Serienmodelle scheint allerdings die seinerzeit ebenfalls vorgestellte Wii-ähnliche Fernbedienung "Magic Motion" mitzubringen.

Geboten werden Filme mit einer Auflösung von bis zu 1280 × 720 Bildpunkten (720p) und mit Stereoton. Die bislang übliche externe Settop-Box, die vor dem Einsatz erst einmal gebootet werden muss, wird zur Nutzung des Dienstes bei dieser Lösung nicht mehr benötigt. Maxdome steht nach einem Druck auf einen dedizierten Knopf der TV-Fernbedienung sofort zur Verfügung. Kunden von LG sollen exklusiv drei kostenlose Blockbuster nach der Registrierung erhalten.

Maxdome-Geschäftsführer Dr. Stefan Hoffmann äußerte sich erfreut darüber, dass es nun eine Lösung ohne Set-Top-Box gibt

(Bild: Nico Jurran)


Eine Einschränkung gibt es bei der TV-Lösung jedoch: So sind nicht alle der aktuell bei Maxdome nach Unternehmensangaben verfügbaren 25.000 Titel direkt abrufbar, sondern lediglich eine Auswahl an Videos – beispielsweise die Top 100 der Spielfilme oder die Top 100 der Gratisvideos. An die übrigen Maxdome-Titel kommt man über eine Merkliste heran, die 400 Titel fassen können soll, aber zunächst über den persönlichen Account auf einem Rechner mit Internetzugang gefüllt werden muss.

Ein LG-Sprecher wollte auf Nachfrage nicht ausschließen, dass die Maxdome-Funktion auch in kommende Blu-ray-Player integriert wird. Ein Maxdome-Client muss das digitale Rechtemanagement Microsoft DRM unterstützen. Insoweit bleibt abzuwarten, ob sich bereits erhältliche LG-Player mit Online-Anbindung (Netcast) über ein Firmware-Update fit für Maxdome machen lassen. In den USA sind bereits zahlreiche Blu-ray-Player verfügbar, die sich als Video-on-Demand-Clients für die dortigen Dienste von Netflix und Amazon nutzen lassen; bei den hiesigen Modellen war diese Funktion bislang deaktiviert.

Einer der kommenden LG-Fernseher mit integriertem Maxdome-Client

(Bild: Nico Jurran)


Nach Einschätzungen von Maxdome werden die angekündigten LG-Fernseher in näherer Zukunft die einzigen Lösungen abseits der üblichen Settop-Boxen bleiben. Auf Nachfrage bestätigte der Dienst jedoch, dass es sich nicht um eine exklusive Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen handele. Tatsächlich hatten mehrere andere Hersteller von Blu-ray-Playern gegenüber heise online geäußert, mit Maxdome in Verhandlungen zu stehen, um den Dienst auch auf ihren Geräten zu integrieren. Die Präsenz auf mehreren Plattformen dürfte die Verhandlungsposition von Maxdome gegenüber den Inhaltelieferanten stärken. Vor allem eine Vereinbarung mit dem Hollywood-Studio 20th Century Fox steht bislang aus. Panasonic hat indes einen anderen Weg gewählt und realisiert Video on Demand auf seinen kommendenden Fernsehern und Blu-ray-Playern in Zusammenarbeit mit dem in der Schweiz beheimateten Unternehmen Acetrax. (nij)