WLAN-Handy für billige Gespräche ins Firmennetz
Auch die taiwanische Firma Zyxel springt auf den Voice-over-IP-Zug auf, mit einem Handy zum Telefonieren über das Funknetzwerk.
Die Firma Zyxel, bislang vor allem für ISDN-Produkte und Router bekannt, will noch in diesem Jahr eine Reihe von Geräten für Voice over IP auf den Markt bringen. Darunter sollen sich besonders für Heimanwender und kleine Büros interessante Systeme befinden. Als erster Vertreter soll auf der CeBIT ein Handy zum Telefonieren über das Funknetzwerk zu sehen sein (Halle 15, Stand D05). Bislang gab es solche Geräte nur von den etablierten VoIP-Firmen wie Cisco (Halle 13, E58) und Nortel Networks (Halle 13, D38).
Das Modell von Zyxel heißt Prestige 2000W und funkt nach dem Standard IEEE 802.11b. Damit fügt es sich auch in schnellere WLANs nach 802.11g ein. Das Handy ist 5 cm × 2 cm × 14 cm groß. Es soll mit einem 1350-mAh-Akku (Lithium-Ionen) bis zu 19 Stunden im Standby und bis zu 4 Stunden Gesprächzeit durchhalten. Die Markteinführung plant Zyxel für den April, der Preis soll dann bei 360 € liegen.
Das Prestige 2000W unterstützt das Session Initiation Protocol (SIP), das sich für VoIP immer weiter durchsetzt. Dadurch soll es laut Zyxel möglich sein, von jedem WLAN-Hotspot ohne Zusatzkosten ins Firmennetzwerk zu telefonieren oder über ein externes VoIP-Gateway auch ins herkömmliche Telefonnetz. Auf dem CeBIT-Stand will Zyxel das Gerät im Kontakt mit der Software "VISP-V! Server" von mioco demonstrieren.
Für eine gute Sprachqualität bei VoIP müssen die Sprach-Datenpakete Vorrang vor allen anderen erhalten. Die dazu erforderlichen Quality-of-Service-Steuerung befindet sich für WLAN derzeit erst im Standardisierungsprozess (IEEE 802.11e). c't befasst sich in der aktuellen Ausgabe 6/2004 im Artikel "WLAN-Feinschliff" mit der Entwicklung der WLAN-Technik und den Standardisierungsbemühungen. (je)