Patentamt zählt mehr Anmeldungen
Gegen den Trend seien die Anmeldungen bei Computern und Telekommunikation zurĂĽckgegangen, teilt das Patent- und Markenamt mit.
Deutschland bleibt eine Hochburg für Erfinder. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Patentanmeldungen um rund zwei Prozent auf 64.518, wie das Deutsche Patent- und Markenamt heute in München mitteilte (PDF). Im internationalen Vergleich liegt Deutschland nach Einschätzung der Patentexperten in der Spitzengruppe mit den USA und Japan.
Wie in den Vorjahren lag der Fahrzeugbau mit 4953 Patentanmeldungen an erster Stelle, gefolgt von Maschinenelementen (3784) und elektrischen Bauteilen (3568). Gegen den Trend seien die Anmeldungen bei Computern und Telekommunikation zurückgegangen, sagte Patentamtspräsident Jürgen Schade. Im Bereich "Datenverarbeitung, Rechnen, Zählen" gingen die Anmeldungen gegenüber dem Vorjahr von 1835 auf 1696 zurück.
2002 seien in Deutschland doppelt so viele Patente angemeldet worden wie in England und Frankreich zusammen. "In Europa sind wir absoluter Spitzenreiter", sagte Schade. Die Zahlen für 2003 lägen noch nicht vor. In Japan und USA liege die Zahl der Patentanmeldungen zwar höher als in Deutschland, doch gebe es dort eine andere Systematik. Ein Rückgang der Innovationsfähigkeit Deutschland sei aus seiner Sicht nicht zu erkennen. "An diesem Bereich liegt es sicher nicht."
Innerhalb Deutschlands gibt es allerdings ein großes Ost-West-Gefälle. Gemessen an der Bevölkerung lag Baden-Württemberg mit 130 Patentanmeldungen pro 100.000 Einwohner an erster Stelle -- zehn Mal so viel wie in Mecklenburg-Vorpommern mit 13, das als Schlusslicht am Ende der Tabelle rangiert. Auf den Plätzen zwei und drei stehen Bayern mit 115 und Hessen mit 65 Anmeldungen je 100.000 Einwohner.
Spitzenreiter unter den Unternehmen ist die Siemens AG mit 3949 Patentanmeldungen vor der Robert Bosch GmbH mit 3178. Infineon folgt mit 1805 Anmeldungen beim Deutschen Patent- und Markenamt sowie beim Europäischen Patentamt.
(anw)