Jenoptik sammelt 22 Millionen Euro ein

Durch eine Kapitalerhöhung hat der Technologie-Konzern sein Grundkapital um 10 Prozent erhöht. Nach hohen Verlusten im vergangenen Jahr will Jenoptik damit Großaufträge und Aktivitäten im Ausland finanzieren.

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  • dpa

Der Technologie-Konzern Jenoptik hat mit einer Kapitalerhöhung mehr als 22 Millionen Euro eingenommen. Das TecDax- Unternehmen erhöhte dafür sein Grundkapital um 10 Prozent. Wie die Jenoptik AG am heutigen Mittwoch mitteilte, wurden die rund 5,2 Millionen neuen Aktien bei institutionellen Anlegern platziert. Die erst wenige Stunden zuvor angekündigte Transaktion sei zweifach überzeichnet gewesen. Der Preis habe bei 4,25 Euro je Aktie gelegen. An der Kapitalerhöhung beteiligten sich auch die bisherigen Großaktionäre ECE Industriebeteiligungen GmbH und VARIS Vermögensverwaltung GmbH.

Jenoptik will mit dem frischen Kapital nach hohen Verlusten im vergangenen Jahr Großaufträge und Aktivitäten im Ausland finanzieren, sagte Vorstandschef Michael Mertin. Das Geld solle für Projekte der Verkehrstechnik-Sparte und kleinere Übernahmen eingesetzt werden. Außerdem will der Optik-Konzern sein Lasergeschäft in Asien und Nordamerika ausbauen. "Wir brauchen das Kapital zur Vervollständigung unserer Strukturen", sagte Mertin. Er betonte, dass mit den geplanten Akquisitionen die Kernbereiche von Jenoptik gestärkt werden sollen. Bei Zukäufen werde der Konzern vorsichtig agieren. "Wir werden keine Schnellschüsse machen."

Das Unternehmen konnte am Dienstag einen Großauftrag mit einem Volumen von mehr als 12 Millionen Euro für seine Sparte Verkehrstechnik an Land ziehen. Jenoptik soll Systeme und Anlagen zur Verkehrsüberwachung außerhalb Europas liefern. Sie sollen noch im laufenden Jahr ausgeliefert und installiert werden und sich damit auf Umsatz und Ergebnis auswirken. Jenoptik wird auch Dienstleistungen rund um die Anlagen übernehmen.

Der Technologie-Konzern hatte im vergangenen Jahr einen Verlust vor Zinsen und Steuern von etwa 19 Millionen Euro angehäuft. Der Umsatz war 2009 vor allem wegen einer Nachfrageflaute aus der Halbleiter- und Automobilindustrie um 14 Prozent auf etwa 470 Millionen Euro gesunken. Im laufenden Geschäftsjahr strebt Jenoptik mit derzeit rund 3000 Mitarbeitern die Rückkehr in die Gewinnzone an. (anw)