Cebit

Experten-Netzwerk soll Investitionshemmnisse bei IT abbauen

In Rheinland-Pfalz könnten bei entsprechenden Investitionen branchenübergreifend bis zu 40.000 Arbeitsplätze in den kommenden fünf bis zehn Jahren entstehen, weitere 10.000 direkt in der IT-Branche, meint das Wirtschaftsministerium.

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  • dpa

Ein Netzwerk aus Wissenschaftlern und Finanzexperten soll Firmen in Rheinland-Pfalz künftig helfen, Kredite für Informationstechnologien zu bekommen. Anders als etwa beim Ausbau der Lager- oder Produktionskapazität sei die Risikobewertung und Kosten-Nutzen-Analyse bei IT-Investitionen schwierig, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Harald Glahn (FDP) im Gespräch mit dpa vor der am Donnerstag beginnenden weltgrößten IT-Messe CeBIT in Hannover, auf der Rheinland-Pfalz mit rund 100 Ausstellern vertreten ist.

Nach der jüngsten Standortanalyse könnten in Rheinland-Pfalz bei entsprechenden Investitionen branchenübergreifend bis zu 40.000 Arbeitsplätze in den kommenden fünf bis zehn Jahren entstehen, sagte Glahn. Weitere 10.000 kämen direkt in der IT-Branche hinzu, "die steht derzeit in der zweiten Reihe und wartet, dass Investitionen in der ersten Reihe anlaufen". Die Geldgeber reagierten jedoch vielfach zögerlich, wenn nach IT-Investitionen gefragt werde. Denn den Financiers erschließe sich oft nicht, ob durch die Investition wirklich betriebliche Abläufe optimiert oder Auftritt und Arbeitsweise des Unternehmens ein wenig modernisiert werden sollen.

"Wir müssen fragen: Ist diese Investition wirklich geeignet, besser, schneller, effektiver am Markt dazustehen -- oder habe ich mein Unternehmen nur ein wenig mehr elektrifiziert", erläuterte Glahn. Für solche Fragen seien Betriebswirtschaftler mit speziellen IT-Kenntnissen -- etwa an Hochschulen -- geeignete Experten, die über das angestrebte Netzwerk zu einer Risikobewertung vor Kreditvergabe helfen könnten. Erste Kontakte mit Banken, Betriebswirtschaftlern und Informatikern von (Fach)-Hochschulen sowie Technologiezentren seien bereits angelaufen.

Auch in Fragen der Sicherheit seien IT-Investitionen eine Herausforderung, die vielfach den Unternehmer selbst überfordere. "Kleine und mittlere Unternehmen leisten sich keinen eigenen Informatiker", sagte der Wirtschafts-Staatssekretär. Fraglich sei zudem, ob einer allein überhaupt den Überblick über aktuelle Sicherheitsbedrohungen und -verbesserungen im Blick haben könnte. Gerade in der Dienstleistungs- und Versicherungsbranche seien mögliche Angriffe auf Datenübertragungen existenzgefährdend. "Es gibt eine erhebliche Vorsicht, in den IT-Bereich zu gehen, und zur Abhilfe brauchen wir drei Parteien", sagte Glahn, "Den, der Investieren will, den, der das Geld hat und einen, der die Abläufe fachlich beurteilen kann". (dpa) / (jk)