Funk im Stift
Zu dem bereits Anfang Februar angekĂĽndigten Handy in Stiftform gibt Siemens nun mehr Details bekannt.
Siemens hatte bereits Anfang Februar angekündigt, auf der CeBIT ein Handy in Stiftform vorführen zu wollen -- nun gibt die Firma mehr Details über das PenPhone preis. Das zigarrenförmige Gerät hat keine Tastatur, sondern nutzt Bilderkennungsalgorithmen, um auf beliebigen Unterlagen Geschriebenes in SMS-Nachrichten oder Telefonnummern zu übersetzen.
Funkseitig handelt es sich um ein herkömmliches GSM-Gerät mit Tri-Band-Technik für 900-, 1800- und 1900-MHz-Netze. Es besitzt ein kleines Display, einen Lautsprecher zur Sprachausgabe und eine Bluetooth-Schnittstelle für den Kontakt zu Handhelds oder Headsets.
Siemens hat das Gerät anscheinend deshalb entwickelt, weil Erwachsene und ältere Menschen, die keine SMS-Nachrichten schreiben, als Grund angeben, dass ihnen die Eingabe über das Mäuse-Klavier üblicher Handys zu langwierig ist. Das PenPhone soll diese Hürde beseitigen, denn es lässt sich wie ein Füller verwenden. Die Erfassungsoptik ermögliche laut Siemens das Schreiben auf jeder beliebigen glatten Oberfläche ohne Tinte. Die Schreibfunktion wird aktiviert, sobald ein kleiner Knopf an der Spitze des Stifts eine Oberfläche berührt. Dann beginnt eine winzige Infrarotkamera mehrere hundert Bilder pro Sekunde als grobes Pixelmuster aufzunehmen.
Das System erkenne so in "Echtzeit", wo sich die Spitze relativ zum Startpunkt befindet, heißt es, und aus den Koordinaten berechnet die Software die Zeichen. Anders als bei Organizern, die auf ihren Touchscreen-Displays nur eine spezielle Schreibschrift erkennen, könne der Nutzer beim PenPhone wie mit einem echten Stift schreiben. Jeden Buchstaben und jede Ziffer zeigt das Handy auf dem Display an und sagt ihn über Lautsprecher an. Ist die SMS geschrieben, kann man den Stift mit speziellen Gesten veranlassen, sie zu versenden.
Ähnlich funktioniert das Wählen einer Telefonnummer. Der Nutzer kann das Mobiltelefon aber auch mit einem kleinen Knopf neben dem Display bedienen und es hört auch auf Sprachkommandos -- die Nummer wird am Display angezeigt und dann gewählt. Noch ist nicht entschieden, ob das Mobiltelefon in Serie gebaut wird. Einen Prototypen des 14 Zentimeter langen und rund zwei Zentimeter breiten Geräts soll es in Halle 26 auf dem Siemens-Stand zu sehen geben. (dz)