Homepage des US-Innenministeriums erneut vom Netz genommen
Das Ministerium kann weiter nicht fĂĽr die Sicherheit von Daten garantieren.
Die Homepage des US-amerikanischen Innenministeriums ist derzeit wieder einmal nicht erreichbar. Der Bundesrichter Royce C. Lamberth hat erneut angeordnet, dass das Ministerium seine Internetpräsenz größtenteils vom Netz nehmen soll. Der Hintergrund ist der gleiche wie bei den zwei anderen gerichtlichen Anordnungen an das Innenministerium zuvor: Das Innenministerium könne nicht für Datensicherheit garantieren. Die Verantwortlichen hätten entgegen einer früheren Anordnung nicht reagiert und weigerten sich zu kooperieren. Allerdings dürfen sicherheitsrelevante Seiten wie zum Beispiel für die Feuerbekämpfung weiter online bleiben.
Auf den Rechnern sind Angaben über Besitztümer von rund 300.000 Indianern abgespeichert. Deren Interessen wiege schwerer als das jener, die Zugang zu den Dienstleistungen des Ministeriums haben wollen, entschied Lamberth. Der Richter ist seit 1996 in ein Verfahren involviert, das eine Gruppe von Indianern gegen das Innenministerium angestrengt hat. Das Ministerium verwaltet seit 1887 für die Indianer "treuhänderisch" Einkünfte aus der Nutzung von deren Ländereien. Die Kläger fordern wesentlich mehr, nämlich bis zu 20 Milliarden US-Dollar, als ihnen das Ministerium zugesteht. Bisher sei der Prozess mehrmals verschleppt worden, heißt es in Medienberichten. (anw)