Größtes deutsches Online-Archiv zu jüdischem Leben
Insgesamt lassen sich über 300.000 Zeitungsseiten im Original-Layout lesen.
Die Jüdische Presse Gesellschaft in Berlin hat in Kooperation mit Hochschulen, Bibliotheken und Archiven das größte jüdische Online-Archiv Deutschlands aufgebaut. Nun kann im Internet gegen Gebühr in historischen deutsch-jüdischen Zeitungen ebenso wie in der Jüdischen Allgemeinen, Deutschlands einziger überregionaler jüdischer Wochenzeitung, recherchiert werden, teilte der Verlag Jüdische Presse mit. Derzeit seien rund 250 Titel abrufbar.
Insgesamt ließen sich über 300.000 Zeitungsseiten im Original-Layout als PDF lesen, darunter 23 Exil-Zeitungen wie die Jüdische Revue oder die Gelbe Post. Bis 2006 sollen es über eine halbe Million Seiten sein. Zudem stehe jeweils einen Tag vor dem Erscheinen am Kiosk die aktuelle Ausgabe der Wochenzeitung Jüdische Allgemeine zur Verfügung.
Die Jüdische Allgemeine ist eines der ältesten Blätter Nachkriegsdeutschlands. 1946 wurde sie mit Genehmigung der Nachrichtenkontrolle der britischen Militärregierung in Düsseldorf als Jüdisches Gemeindeblatt für die Nord-Rheinprovinz und Westfalen gegründet. Später erschien sie in Bonn als Allgemeine Jüdische Wochenzeitung. Seit 2002 hat sie ihren aktuellen Namen.
Das Blatt steht in der Tradition der 1837 gegründeten Allgemeinen Zeitung des Judenthums, die seit 1890 im Verlag von Rudolf Mosse erschien und 1922 in der CV-Zeitung, dem Organ des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens aufging. Die letzte Ausgabe der CV-Zeitung erschien am 3. November 1938, wenige Tage vor der Pogromnacht. (anw)