Cebit

Bitkom erwartet neue Dynamik der Branche

Die Trendwende ist eingeleitet, aber in Deutschland müsse mehr in Bildung investiert werden, meint Bitkom-Präsident Berchtold.

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Von
  • Torge Löding

Der Blick in die morgendliche Zeitung war in den vergangenen zwei, drei Jahren oftmals kein Vergnügen für Willi Berchtold, den Präsidenten des Branchenverbandes Bitkom. "Inzwischen erfreue ich mich aber wieder an der täglichen Lektüre", sagte der Verbandsvertreter im Vorfeld der diesjährigen CeBIT. Nach Einschätzug des Bitkom, der seine Prognose auf Grundlage der Marktforschung von EITO vornimmt, ist die ITK-Branche in Deutschland wieder auf Wachstumskurs. Im laufenden Jahr werde sie um 2,5 Prozent zulegen, nachdem sie mit einem Plus von 0,3 Prozent im vergangenen Jahr die Trendwende bereits eingeleitet hatte. "In diesem Jahr wird es wieder spürbar bergauf gehen, und unsere Branche legt stärker zu als andere Wirtschaftszweige. In 2004 erreichen die ITK-Umsätze sogar wieder das Niveau des Rekordjahres 2001."

Der weltweite ITK-Markt wird nach den EITO-Berechnungen in diesem Jahr sogar wieder um 4,3 Prozent wachsen und dann ein Volumen von mehr als zwei Billionen Euro erreichen. Die Trendwende kam bereits Mitte 2003, vor allem in den USA und Teilen Westeuropas. Deutschland folgt mit einem leichten Zeitverzug von etwa drei Monaten. Für das Jahr 2005 prognostizieren die Marktforscher dann ein weltweites Plus von 6 Prozent. Deutschland stellt hinter den USA und Japan den drittgrößten Markt mit einem Weltmarktanteil von sechs Prozent.

Im Mobilfunk-Segment habe der Ausbau der UMTS-Netze im vergangenen Jahr für eine Belebung gesorgt. "Der Markt fiebert dieser neuen Technologie und ihren umfassenden Möglichkeiten regelrecht entgegen. Das konnten Sie schon im vergangenen Jahr an dem sensationellen Erfolg der Kamera-Handys mit ihren Multimedia-Funktionen erkennen", gab sich Berchtold überzeugt. Auf der CeBIT zeigt sich in diesem Jahr eine wichtige Entwicklung: Zahlreiche IT-Hersteller haben inzwischen Produkte im Angebot, die man früher der Unterhaltungs- und Optoelektronik zugeordnet hätte. Diese Produkte werden nach Bitkom-Einschätzung in 2004 einen Anteil von etwa 6 Prozent am Gesamtmarkt haben.

Erneut beklagte Berchtold das Defizit an qualifizierten Fachkräften in Deutschland. Die Sicherung des Wohlstandes in Deutschland sei nicht zu schaffen, wenn man die ohnehin geringen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung des Staates weiter reduziere; so würden aus dem Forschungsprogramm IT 2006 bereits seit einiger Zeit kaum mehr Mittel mehr vergeben. "Wer an Bildungsausgaben spart mit dem Hinweis auf die leeren Kassen, spielt mit der Zukunft dieses Landes", kritisierte der Bitkom-Präsident die Politiker aller Parteien. (tol)