Freenet.de AG geht auf Kunden zu
Im Anschluss an die Berichterstattung um Sperrung und Abmahnung von Kritikerseiten durch den Provider hatten sich in Internet-Foren viele unzufriedene Freenet-Kunden zu Wort gemeldet.
Um größere Image-Schäden entgegenzuwirken, geht der Provider Freenet AG jetzt auf seine Kunden zu. In verschiedenen Internet-Foren postete ein Freenet-Mitarbeiter am gestrigen Dienstag eine Faxnummer, über die sich unzufriedene Kunden kostenlos an den Freenet-Support wenden können. Die Nummer wurde am vergangenen Freitag freigeschaltet, um dem gesteigerten Interesse gerecht zu werden, bestätigte der Provider.
Im Anschluss an die Berichterstattung um Sperrung und Abmahnung von Kritikerseiten hatten sich in Internet-Foren viele unzufriedene Freenet-Kunden zu Wort gemeldet, die sich ĂĽber Abrechnungsprobleme und nicht nachvollziehbare Mahnungen durch die Rechtsanwaltskanzlei KSP beklagten. Ein andere oft wiederholte Kritik betraf den Support: Viele Kunden beschwerten sich, dass der Provider auf ihre Beschwerden nicht oder nur unzureichend reagiert habe.
Auf die teilweise herbe Kritik reagiert Freenet nun offenbar. In dem Posting werden die Kunden aufgefordert, ihren bisherigen Schriftwechsel zusammenzufassen und samt Name, Anschrift, Kundennummer und Buchungsnummer der T-Com an die Faxnummer 08 00/010 19 21 zu faxen. Pressesprecherin Elke Rüther betonte im Gespräch mit heise online noch einmal, dass es sich um kein generelles Problem handele. Die kostenlose Faxnummer sei nur für Forennutzer gedacht und werde auch nicht auf den offiziellen Seiten von Freenet.de erscheinen. Die restlichen Kunden sollten auf den üblichen Wegen mit dem Freenet-Support Kontakt aufnehmen.
Hinter dem Nicknamen Dr_Abuse, der in dem Posting auftaucht, verbirgt sich ein Freenet-Mitarbeiter, der im Auftrag seines Arbeitgebers an verschiedenen Internet-Foren teilnimmt und sich auch oft als Ansprechpartner des Providers zu erkennen gibt. Allerdings soll dies nicht immer der Fall sein: Die Seite "Freenetbeschiss" wirft dem Mitarbeiter vor, unter verschiedenen Nicknamen zu agieren und unter anderem bei dem Verbraucherportal Ciao.com einen positiven Kundenbericht ĂĽber das Angebot "01019 freenet" verfasst zu haben.
Kein Entgegenkommen gibt es hingegen für die Betreiber der von Freenet abgemahnten Internet-Seiten. Dirk Hertfelder hat nach Rücksprache mit seinem Anwalt die geforderte Unterlassungserklärung unterzeichnet und beabsichtigt die Abmahngebühr in Höhe von über 1000 Euro zu bezahlen. Trotz der Abschaltung großer Teile der Homepage ist das Interesse groß. In dem kürzlich gelöschten Gästebuch sind schon wieder über 70 Einträge zusammengekommen. In einer anderen Angelegenheit musste Freenet eine juristische Schlappe einstecken: Das Landgericht Berlin untersagte dem Provider in einer Einstweiligen Verfügung die Behauptung, er sei "Deutschlands zweitgrößtes Internet-Telekommunikationsunternehmen". Die United-Internet-Tochter GMX hatte die Verfügung beantragt. (Torsten Kleinz) / (jk)