Auferstanden im Museum: Telefunken strahlt wieder

Sie ĂĽberstand Kaiser und FĂĽhrer, aber nicht westdeutsches Missmanagement: die Firma Telefunken. Eine Ausstellung in Berlin erinnert an die einstige Hightech-Weltmarke.

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Von
  • Ralf BĂĽlow

Zur Kaiserzeit geschaffen, Weltmarke im Wirtschaftswunder, heute nur ein Thema fĂĽrs Technikmuseum: Telefunken. Die gemeinsame Tochter von AEG und Siemens, am 27. Mai 1903 als "Gesellschaft fĂĽr drahtlose Telegraphie" gegrĂĽndet, wuchs zu einem Global Player der Nachrichtentechnik und Unterhaltungselektronik und bescherte uns unter anderem das PAL-Farbfernsehen.

Telefunken überstand zwei Weltkriege, jedoch nicht westdeutsche Konzernlenker. 1941 stieg Siemens aus, 1967 ging Telefunken in AEG-Telefunken auf, 1985 verschwand der Name, elf Jahre später die AEG -- ein Lehrbeispiel für Missmanagament made in Germany.

Nicht verloren ging das Archiv, und daraus und dreihundert Hardware-Posten machte das Deutsche Technikmuseum Berlin eine 500 Quadratmeter große Sonderausstellung. "Der Stern von Telefunken" zeigt vom heutigen Donnerstag an bis zum 28. November auch die dunklen Seiten der Firmengeschichte, etwa Arisierung und Rüstungsproduktion (1938 kamen 70 Prozent der Aufträge vom Militär). Kern der Ausstellung ist aber alte Technik vom Feinsten, etwa ein Modul des Großrechners TR 440 oder der legendäre analoge Bildplattenspieler TP 100 S. Ein Trost: Außerhalb der Ausstellung florieren diverse Nachfolgeunternehmen, so für Autoelektronik oder Sendersysteme. (Ralf Bülow) / (jk)