Cebit

Kein Mediengefängnis für Kinder konstruieren

Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) warb auf der CeBIT für die Aktion "Schau hin!" und ihre Forderung an die Eltern, mehr auf den Medienkonsum ihrer Kinder zu achten.

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  • dpa

Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) nutzte die CeBIT, um ihre Forderung an die Eltern zu bekräftigen, mehr auf den Medienkonsum ihrer Kinder zu achten. "Eltern müssen sich mehr darum kümmern, was ihre Kinder machen", sagte Schmidt bei einem CeBIT-Besuch am Samstag in Hannover. Zusammen mit Nena warb sie am CeBIT-Samstag in Halle 16 für ihre im vergangenen Jahr gestartete Aktion SCHAU HIN! mit Aktionen für Eltern und Kinder.

Wichtig sei es, den Kindern klar zu machen, dass nicht alles im Fernsehen und im Internet "gut für sie ist". Eltern müssten "wirklich hinsehen, was dort geboten wird und eingreifen". Die Ministerin sprach sich aber dagegen aus, die Neuen Medien aus dem Leben der jungen Menschen zu verbannen. "Das blödeste wäre, die Neuen Medien zu verteufeln. Sie gehören dazu wie Kinder- und Jugendbücher. Die vernünftige Nutzung ist in Ordnung. Wir sollten uns davor hüten, ein absolutes Mediengefängnis für unsere Kinder zu konstruieren."

Andererseits konnte aber auch Frau Schmidt nicht an sich halten, als am Samstagmorgen im Online-Chat zum Thema Eltern eines dreijährigen Kindes fragten, welcher Computer denn für das Kind der richtige sei: "Sind die denn des Wahnsinns, einem dreijährigen Kind einen Computer zu schenken?", entrüstete sich die Ministerin.

Aber nicht nur den Eltern kommt eine entscheidende Rolle bei der Erziehung der Kinder zum richtigen Umgang mit den Medien zu. Auch die Medien selbst stehen in der Verantwortung. So diskutierte am selben Tag eine Expertenrunde auch über die Funktion der Medien im Alltag von Kindern und leitete Schlussfolgerungen für die Gestaltung von Kindersendungen ab. Die Diskutanten Renate Schmidt, Jo Groebel (Direktor des Europäischen Medieninstitutes), Armin Maiwald (Miterfinder und Moderator der "Sendung mit der Maus") und der Sprecher des bundesweiten LAN-Clubs, Thomas von Treichel waren sich einig, dass es bei der Medienkompetenz nicht nur um die Beherrschung der Technik gehe, sondern auch Lebenserfahrung erforderlich ist.

Mit Blick auf die Fernsehveranstalter sagte Schmidt: "Ich wünsche mir von den Medienmachern, dass sie nicht immer an die Grenzen dessen gehen, was gerade noch erlaubt ist." Die Verantwortlichen sollten sich fragen, ob es notwendig sei, mit teils ekelhaften Bildern Einschaltquote erreichen zu wollen. (dpa) (bb)