AOL blockt Web-Seiten von Spammern
AOL hat in den USA eine neue Maßnahme eingeführt, um Versendern von Spam-E-Mails ihre Motivation zu nehmen: Der Zugangs-Provider blockt den Abruf von URLs, auf die in Spam-Mails hingewiesen wird.
AOL hat in den USA eine neue Maßnahme eingeführt, um Versendern von Spam-E-Mails ihre Motivation zu nehmen: Der Zugangs-Provider blockt den Abruf von URLs, auf die in Spam-Mails hingewiesen wird. Das berichtet die Washington Post am heutigen Samstag.
US-amerikanische AOL-Mitglieder, die eine derart gesperrte Seite laden wollen, erhalten lediglich eine Fehlermeldung, die auf einen Verbindungsfehler hindeutet. AOL weist sie nicht darauf hin, dass die Seite per Spam angebotene Werbung bereitstellt. Nach Angaben der Washington Post enthalten auch die Nutzungshinweise zum Online-Service von AOL keinerlei Informationen zu dem Vorgehen.
"Tatsächlich haben wir unsere Maßnahmen erweitert, die den Zugriff unserer Nutzer auf identifizierte Spammer-Sites einschränken", erklärte AOL-Sprecher Nicholas J. Graham gegenüber der Zeitung. Er bestätigte, dass AOL anhand von eingehenden Nutzerbeschwerden entscheidet, welche Seiten geblockt werden. Auf diese Weise wolle man dafür sorgen, dass es für Spammer weniger attraktiv werde, ihre Massen-Mails an AOL-Mitglieder zu schicken. Wie auch der Provider Earthlink hatte AOL schon zuvor Spammer-Seiten geblockt, die dem Surfer suggerieren, vom Zugangsanbieter selbst zu stammen, in Wirklichkeit aber dazu da sind, persönliche Daten von Nutzern zu ergattern.
Die Website-Sperrungen von AOL stoßen bei US-amerikanischen Bürgerrechtlern bereits auf Kritik. Cindy Cohn, Juristin bei der Electronic Frontier Foundation (EFF) etwa erklärte, dass sie die Absichten von AOL zwar grundsätzlich begrüße, den Ansatz, Websites zu blockieren aber "paternal" finde. Sie befürchte, das System könne missbraucht werden, etwa von Leuten, die Feinde bei AOL anschwärzen und so deren Website für AOL-Nutzer sperren könnten. (hob)