WebhostingDay 2010: heiter und wolkig
Der WebhostingDay wurde seinem Ruf als wichtigster Branchentreff gerecht – auch wenn nicht alle der über 3500 registrierten Besucher den Weg ins Phantasialand nach Brühl fanden. Bei wolkenfreiem Himmel über dem Veranstaltungsort dominierte das Thema "Cloud Computing" die Veranstaltung.
Bei wolkenfreiem Himmel über dem Veranstaltungsort, dem Phantasialand in Brühl, dominierte das Thema "Cloud Computing" den diesjährigen WebhostingDay. Mehr oder minder geschickt erläuterten die Vortragenden mithilfe des beliebten Schlagworts, warum und wie ihre Produkte das Leben der Hoster und Internet-Provider erleichtern.
Serguei Beloussov widmete seinen Vortrag dem Wunsch, aus der Cloud eine "profitable Wirklichkeit" zu machen. Die Thesen des Parallels-Chefs, dessen Unternehmen in Brühl wieder einmal prominent vertreten war, klangen nicht zwingend neu. Bereits auf der eigenen Kundenverstaltung Parallels Summit Ende Februar in Miami hatte er einen ähnlichen Vortrag gehalten. Dass Internet-Providern und Hostern insbesondere für kleine und mittlere Kundenfirmen ein enormes Potenzial für ein vollständiges Services-Angebot aus einer Hand erwächst, argumentiere er bereits im vergangenen Jahr. Shared Web Hosting, Messaging und Collaboration, virtualisierte Infrastrukturdienste oder SaaS (Software as a Service) – alle Teilmärkte werden laut Beloussov zum Teil deutlich wachsen.
Neben Erweiterungen bereits bekannter Produkte (Plesk Panel, Virtuozzo etc.) entwickelt Parallels unter dem Namen "Cloud Computing Utility" (C2U) ein neues Produkt, das es Hostern ermöglichen soll, wie Amazon Speicher und Rechenleistung nach Bedarf anzubieten. Viele von Beloussovs Argumenten zum Potenzial von Cloud griff John Zanni auf. Der Microsoft-Manager empfahl seinen Zuhörern zudem, auf der Website seines Arbeitgebers Steve Ballmers Ausführungen zu Microsofts Cloud-Strategie zu lauschen. 70 Prozent aller MS-Entwickler sind laut Zanni bereits jetzt mit dem Ausbau des Cloud-Angebots befasst. Mit dem Dynamic Data Center Toolkit können Hosting-Provider auf Basis von Windows Server und Hyper-V einschließlich der Kontrolle durch Microsofts System Center eigene Clouds aufbauen.
Außer den Beiträgen von Parallels und Microsoft bot der WebhostingDay das gewohnte Potpourri an Vorträgen zu allen Facetten des derzeitigen und künftigen Hosting-Alltags. Jürgen Gallmann – CEO von visionapp und ehemals Chef der hiesigen Microsoft-Dependance – warb beispielsweise für das Portal- und Plattform-Produkt seines Hauses, das aus verfügbaren Software-Services automatisiert ein eigenes Angebot bündelt. Vertreter von AMD und Intel erläuterten die Vorteile ihrer Prozessoren (Opteron 6000 und 4000 respektive Xeon 5600) bezüglich Skalierbarkeit und Energieeffizienz im Cloud-Einsatz. Fujtsu nutzte die Gelegenheit, den speziell für Cloud-Infrastrukturen entworfenen Primergy Cloud eXtension Server 1000 zu präsentieren, ein mit 38 Server-Knoten (Prozessor: Xeon 5600) gefülltes, sonst aber recht spartanisch ausgestattetes Rack-System.
Soziale Netze durften in der Themenpalette natürlich nicht fehlen: Open-Xchange-Boss Rafael Laguna de la Vera warb allgemein für Open-Source-SaaS im Rahmen von Cloud Computing und konkret für den Social-OX-Ansatz zum Synchronisieren der Kontaktdaten von XING, Facebook oder LinkedIn und anderen mit dem Open-Xchange-Adressbuch. Dass sich auch kleinere Anbieter gut auf dem WebhostingDay präsentieren konnten, zeigte zum Beispiel CloudLinux mit seiner Linux-Distribution für Hosting-Provider, die über ein speziell angepasstes Ressourcen-Management namens "Lightweight Virtual Environments" (LVE) verfügt. (un)