Verband: Arbeitsplatzabbau der IT-Branche endet dieses Jahr

"Das Auslagern von Tätigkeiten ins Ausland hat zu keinem Stellenverlust in Deutschland geführt, sondern Arbeitsplätze gesichert", behauptet Bitkom.

vorlesen Druckansicht 256 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Der Arbeitsplatzabbau in der deutschen IT-Branche hat nach Einschätzung des Branchenverbandes Bitkom in diesem Jahr ein Ende. Der Abbau sei durch die Konjunktur bedingt gewesen, teilte der Bitkom heute auf der CeBIT mit. "Das Auslagern von Tätigkeiten ins Ausland hat zu keinem Stellenverlust in Deutschland geführt, sondern Arbeitsplätze gesichert", hieß es. In diesem Jahr würden etwa 1000 neue Jobs in der IT-Branche geschaffen, seit Mitte der 90er Jahre seien es insgesamt 100.000 gewesen.

Dennoch werde die Branche weiter auslagern. "Es wäre eine Unterlassungssünde, Outsourcing nicht zu nutzen", sagte Verbandsgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Nur durch die Integration internationalen Know-hows blieben deutsche Unternehmen auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig. Dieses als mangelnden Patriotismus zu brandmarken, verdrehe die Tatsachen.

Der Chef von IBM Deutschland, Walter Raizner, sagte dagegen in der Financial Times Deutschland: "Die IT-Branche hat im letzten Jahr 70.000 Arbeitsplätze eingebüßt. Offshoring ist ein Thema für jede Industrie und jede Branche." Gut ausgebildete Software-Entwickler in Ländern wie Indien, China, Rumänien oder Russland verdienten nur ein Drittel des Gehalts eines deutschen Beschäftigten. Hinzu kämen bessere Rahmenbedingungen im Ausland.

Der Bitkom-Vizepräsident Jörg Menno Harms hatte am Wochenende betont, die IT-Branche in den Industrieländern werde in den nächsten Jahren die Produktion von Software-Bestandteilen und Dienstleistungen verstärkt in Billiglohnländer verlagern. "In der Fertigungsindustrie machen wir das seit den 70er Jahren. Die Bereiche Software und Dienstleistungen werden viel schneller den gleichen Gesetzen folgen." Dies werde auch zu Lasten der Arbeitsplätze in Deutschland gehen. (anw)