Auch Siltronic-Börsengang geplatzt
Die Börsenpläne sollen erst nach einer Beruhigung der Aktienmärkte weiterverfolgt werden, teilte der Wafer-Hersteller mit.
Wenige Tage vor der Erstemission ist der Börsengang des Halbleiter-Zulieferers Siltronic geplatzt. Die Börsenpläne sollen erst nach einer Beruhigung der Aktienmärkte weiterverfolgt werden, teilte die Siltronic AG (München) am Mittwoch mit. Damit lässt der erste Börsengang in Deutschland seit mehr als einem Jahr weiter auf sich warten. Vor gut einer Woche hatte auch die Erfurter X-FAB ihre Börsenpläne abgesagt.
Siltronic wollte an diesem Freitag an der Börse starten und mehr als eine Milliarde Euro einsammeln. Insgesamt bis zu 57,5 Millionen Aktien sollten gehandelt werden; im Rahmen einer Kapitalerhöhung sollten bis zu 40 Millionen neue Aktien ausgegeben werden. "Unser Unternehmen ist bei den Investoren auf großes Interesse gestoßen. Aber über die weltpolitischen Ereignisse kann sich auch ein attraktives Unternehmen nicht hinweg setzen", sagte Vorstandschef Wilhelm Sittenthaler. Seit den Terroranschlägen von Madrid seien die Finanzmärkte von einer deutlichen Verunsicherung geprägt gewesen.
Siltronic ist eine Tochter der Wacker-Chemie. Mit dem Kapital aus dem Börsengang wollte Siltronic Schulden bezahlen und in die Entwicklung neuer Produkte investieren. Siltronic ist der größte nichtjapanische Hersteller von Reinstsilizium-Wafern für die Halbleiterherstellung. Weltweit hat die Firma nach eigenen Angaben an den Standorten in Europa, in den USA, Asien und Japan rund 7000 Beschäftigte. Siltronic baut gerade ein neues Werk für 300-mm-Wafer in Freiberg in Sachsen auf, für das die EU 121 Millionen Euro staatlicher Beihilfen genehmigte. Das neue Werk hat im Dezember 2003 bereits seinen Testbetrieb der ersten Prozess-Stufe aufgenommen, ab Juni 2004 sollen die Kunden beliefert werden. Im Vollausbau soll es dann 150.000 Wafer pro Monat herstellen. Derzeit produziert Wacker etwa 70.000 300-mm-Wafer im Monat an den beiden Standorten Burghausen und Kikari (Japan). (jk)