Vorbestückte Gehäuse sollen Notebook-Herstellung vereinfachen

Notebook-Hersteller und Gehäuselieferanten wollen mit vorbestückten Gehäusen die Kosten drücken und Serien mit kleineren Stückzahlen profitabel machen.

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Von
  • Dr. Jürgen Rink

Nach dem neuen Produktionsschema sollen die Lieferanten von Notebook-Gehäusen Einzelteile aus Plastik und Aluminium selbst einbauen, bevor die Gehäuse an die Notebook-Hersteller gehen. Die Branche verspricht sich davon eine flexiblere Konstruktion von Mobilgeräten nach Kundenwünschen. Musste ein Hersteller bislang bis zu 60 Einzelteile und Zulieferer koordinieren, reduziert sich diese Zahl mit den so vorbereiteten Gehäusen auf 5 bis 10.

Mit dem geringeren Aufwand könnten für große Notebook-Unternehmen wie Acer, Dell, HP und Toshiba dann auch Kleinaufträge rentabel sein. Das meldet der taiwanische Nachrichtendienst DigiTimes. Asustek und Wistron, zwei der größten Notebook-Hersteller weltweit, sollen das Produktionsschema umsetzen, um weiterhin gegen die Notebook-Giganten Compal und Quanta bestehen zu können.

Hersteller von Notebook-Gehäusen wie Catcher Technology, Everskill Technology und Chenming Mold Industrial erweitern bereits aufgrund der durch das neue Produktionsschema zu erwartenden Aufträge ihre Produktionskapazitäten unter anderem in China.

Dem Notebook-Markt stehen dieses Jahr wohl einige Änderungen bevor. Vor einigen Wochen hat Intel zusammen mit den größten taiwanischen Notebook-Firmen das Programm Mobile Value Added Distributor (MVAD) ins Leben gerufen. Die beteiligten Produzenten wollen eigene Notebooks weltweit an Distributoren liefern, anstatt den Großteil für Apple, Dell und Co. zu bauen. Intel hilft tatkräftig beim Marketing mit, weil der Chiphersteller sich von der Initiative mehr verkaufte Notebooks verspricht und an Mobilprozessoren gut verdient.

Die MVAD-Initiative und das neue Produktionsschema könnten zu einem weiteren Preiskampf führen, von denen wohl der Notebook-Käufer profitieren wird. Einerseits können Markenhersteller Notebooks mit vorkonfigurierten Gehäusen günstiger anbieten, andererseits werden wie heute schon bei PCs zukünftig vermehrt Noname-Notebooks zu Schnäppchenpreisen über den Ladentisch gehen. Es sieht ganz danach aus, als ob der rasante Preisrutsch in den letzten beiden Jahren bald weitergeht, wenn auch vielleicht in abgeschwächter Form. (jr)