Betriebsspannung meines Prozessors

Nachdem ich den Intel-Prozessor Pentium E2220 in meinen PC mit Gigabyte-Mainboard eingebaut hatte, fiel mir auf, dass das BIOS-Setup mit 1,28 Volt eine ganz andere Betriebsspannung für den Prozessor anzeigt, als Intel auf der CPU-Verpackung angibt (1,35 Volt). Systeminfo-Tools unter Windows zeigen wiederum abweichende Werte an – ist das normal?

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Nachdem ich den Intel-Prozessor Pentium E2220 in meinen PC mit Gigabyte-Mainboard eingebaut hatte, fiel mir auf, dass das BIOS-Setup mit 1,28 Volt eine ganz andere Betriebsspannung für den Prozessor anzeigt, als Intel auf der CPU-Verpackung angibt (1,35 Volt). Systeminfo-Tools unter Windows zeigen wiederum abweichende Werte an – ist das normal?

Ja: Moderne Prozessoren können ihre Taktfrequenz und Betriebsspannung im laufenden Betrieb umschalten – genau so funktionieren ja die Energiesparfunktionen Cool’n’Quiet (AMD) beziehungsweise Enhanced Intel SpeedStep Technology (EIST).

Selbst wenn die Prozessoren mit einer fixen Taktfrequenz laufen, ändert sich ihre sogenannte Kernspannung (VCore) möglicherweise kontinuierlich, denn Intel fordert seit Pentium-4-Zeiten vom Kernspannungswandler eine sogenannte Lastlinie (Loadline): Mit wachsender Auslastung des Prozessors, also mit zunehmendem Stromfluss, muss die Kernspannung leicht sinken.

Seit einigen Jahren liefern AMD und Intel zudem jeden einzelnen Prozessor mit einer individuell eingestellten Nominalbetriebsspannung aus; über spezielle Signalausgänge, die Voltage Identification (VID), teilen aktuelle x86-Prozessoren dem Spannungswandler des Mainboards selbsttätig mit, welche Spannungsstufe sie gerade benötigen. Der Wandler muss diese Forderung im Rahmen genau definierter Toleranzbereiche erfüllen und bei Intel-Prozessoren auch in Abhängigkeit vom Stromfluss.

Falls ein Mainboard die aktuelle CPU-Kernspannung messen und – etwa im BIOS-Setup – anzeigen kann, erfolgt diese Messung meistens mit vergleichsweise ungenauen Schaltungen; auf die Angaben ist also nur wenig Verlass. Windows-Tools wie CPU-Z wiederum werten bloß das jeweils aktuelle VID-Bitmuster des Prozessors aus; sie zeigen also nur an, was der Prozessor gerade möchte – und nicht, was das Mainboard tatsächlich liefert.

Boards mit Übertaktungsfunktionen erlauben tiefe Eingriffe in die Steuerung der CPU-Spannungsversorgung; hier sollte man mit Bedacht vorgehen. Normalerweise fährt man mit der automatischen Konfiguration am besten. (ciw)