Wiesbadener Chiphändler ACG hofft auf Gewinn
Grundlagen für eine positive Prognose seien das weltweite Wachstum des Halbleitermarktes, Einsparungen und der Verkauf defizitärer Firmenteile, sagte der ACG-Vorstandschef.
Der Wiesbadener Chiphändler ACG hofft nach einem "äußerst enttäuschenden" Jahr 2003 mit hohen Verlusten wieder auf schwarze Zahlen. Grundlagen für eine positive Prognose seien das weltweite Wachstum des Halbleitermarktes, Einsparungen und der Verkauf defizitärer Firmenteile, sagte Vorstandschef Cornelius Boersch am Dienstag in Frankfurt bei der Vorlage der Bilanz. Das im SDAX notierte Unternehmen will sein EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von minus 9,9 Millionen Euro im Jahr 2003 in diesem Jahr auf plus 2,5 Millionen Euro verbessern.
Im vergangenen Jahr war der Umsatz um 44 Prozent auf 121,6 Millionen Euro eingebrochen. ACG schrieb mit einem Verlust vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 13,7 Millionen Euro tiefrote Zahlen. Die defizitären Unternehmensaktivitäten mit Datenspeicherkarten (Smartcards) seien 2003 verkauft und nach einem Rechtsstreit neun Millionen Euro an das Finanzamt zurückgezahlt worden. ACG habe sämtliche Verbindlichkeiten bei Banken auf Null zurückgeführt und bei der ACG Holding 30 von 40 Stellen abgebaut, betonte Cornelius. Die Holding soll komplett nach München verlagert werden.
ACG setzt auf Prognosen der Wirtschaftsinstitute, die für den Halbleitermarkt ein Wachstum von über 20 Prozent vorhersagen, und hofft auf deutlich mehr Gewinn in Asien, Lateinamerika und Osteuropa. "Nach drei katastrophalen Jahren sind wir mit der bisherigen Entwicklung in 2004 zufrieden und rechnen bei anhaltend guten Aussichten für das gesamte Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis", sagte Finanzvorstand Stephen Griffiths. Der Umsatz soll nach den Erwartungen von ACG im Jahr 2004 auf 174,4 Millionen Euro steigen. Das Unternehmen beschäftigte Ende Dezember vergangenen Jahres 220 Mitarbeiter. (dpa) / (jk)