Premieres Preiserhöhung im Fadenkreuz

Am 1. April tritt beim Pay-TV-Sender eine neues Preismodell in Kraft, was für die meisten Kunden eine Erhöhung der Abogebühren bedeutet.

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Am 1. April tritt beim Pay-TV-Sender Premiere ein neues Preismodell in Kraft, was für die meisten Kunden eine Erhöhung der Abogebühren bedeutet. Bestandskunden zahlen nun monatlich drei Euro mehr, Neukunden kosten Film-, Sport- oder Superpaket gleich fünf Euro im Monat mehr. Durch die Gebührenerhöhung steht den Premiere-Kunden jedoch ein Sonderkündigungsrecht zu, mit dem sie ihr bestehendes Vertragverhältnis -- laut Angaben des Senders gegenüber heise online unmittelbar -- beenden können.

Bei einem Blick in diverse einschlägige Foren drängt sich geradezu der Verdacht auf, dass von dieser Möglichkeit etliche Abonnenten Gebrauch machen. Premiere konnte gegenüber heise online jedoch bisher nicht angeben, wieviele Kunden tatsächlich bislang unter Berufung auf die Preiserhöhung gekündigt haben. Laut Premiere stößt das neue Preismodell jedoch nicht nur auf Ablehnung. Tatsächlich verstünde die Mehrzahl der Abonnenten, dass man sich als Sender nicht zu Tode sparen könne und flexibel bleiben müsse. Die Mehreinnahmen sollen entsprechend sinnvoll eingesetzt werden, unter anderem in ein neues Kundenmanagement.

Ein Unternehmenssprecher gestand gegenüber heise online ein, dass es Kunden gäbe, die Premiere "nicht so wertgeschätzt" hätten, dass sie trotz der Preiserhöhung geblieben wären. Dennoch gehe man davon aus, dass sich die Kündigungsrate -- auf das Jahr betrachtet -- bei etwa 13 Prozent einpendeln dürfte. Dies wäre laut Premiere im Vergleich zum Vorjahr kein außergewöhnlich hoher Wert. Zum Endes des Jahres 2003 hatte Premiere nach eigenen Angaben 2,908 Millionen Kunden; die Abonnentenzahlen für das erste Quartal sollen im Mai bekannt gegegeben werden.

Gerne scheint sich Premiere von diesen Kunden aber nicht zu trennen: Etliche Abonnenten, die von ihrem Sonderkündigungsrecht bereits mit Wirkung zum 31. März Gebrauch gemacht haben, bekamen von Premiere ein neues Schreiben. Danach sollen sie das volle Premiere-Programm im gesamten April kostenlos bekommen. Laut Digitalfernsehen.de wird den abtrünnigen Kunden zudem das Super-Paket inklusive Plus für 30 statt 43 Euro, das Film- oder Sport-Paket in Verbindung mit Plus für 20 statt 33 Euro im Monat angeboten. Wer sein bestehendes Abo aufgrund der Preiserhöhung kündigt, zahlt bei diesem Angebot anschließend sogar geringere Gebühren als bei dem bisherigen Tarifmodell. Dies dürfte treue Kunden nicht unbedingt erfreuen. (spo/c't) / (nij)