Zwangsrechenaufgaben sollen Spammen erschweren

Ein Open-Source-Projekt will Spam mit einer Art Briefmarke fĂĽr E-Mails stoppen. Bezahlt wird dafĂĽr nicht mit Geld, sondern mit Rechenkraft.

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Von
  • Sascha Mattke

Die Vielzahl der Ideen zur Spam-Bekämpfung wird durch eine Open-Source-Alternative bereichert: Das Projekt Camram hat ein System entwickelt, bei dem Mails von unbekannten Absendern nur dann durchgelassen werden, wenn der Computer des Versenders vorher eine kleine Rechenaufgabe gelöst hat. Eric S. Johansson und Keith Dawson von Camram stellen das System in einem Beitrag für Technology Review aktuell vor.

Johansson und Dawson halten ihr System für überlegen, weil es anders als die Vorschläge großer E-Mail-Dienstleister ohne zentrale Infrastruktur und zentrale Kontrolle auskommt. Auch vermeide es viele der Probleme, die mit direkt bezahlten digitalen Briefmarken als Porto für E-Mails einhergehen.

Statt mit Geld bezahlt der Versender im Camram-System mit Rechenkraft: Sein Computer muss solange eine mathematische Funktion auf bestimmte Ausgangswerte anwenden, bis ein vorgegebenes Ergebnis erreicht ist -- erst dann gilt seine E-Mail als bezahlt und sie wird von Spam-Filtern beim Empfänger, die ebenfalls Teil des Konzeptes sind, durchgelassen. Derzeit dauert die Lösung der Rechenaufgabe laut den Autoren auf einem modernen Rechner etwa 15 Sekunden. Normale E-Mailer dürfte das nicht zu sehr aufhalten, während das Versenden von Millionen Spam-Mails deutlich erschwert würde.

Siehe dazu den Beitrag von Eric S. Johansson und Keith Dawson in Technology Review aktuell:

Zu den diversen Vorschlägen zur Spam-Bekämpfung siehe auch: (sma)