United Internet will stärker zulegen

United Internet (unter anderem mit 1&1, GMX und web.de im Internet vertreten) setzt fĂĽr weiteres Wachstum auf mobiles Internet und Anwendungen, bei denen Speicherplatz und Programme fĂĽr den Kunden im Internet verfĂĽgbar sind.

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Von
  • JĂĽrgen Kuri

Der Internetdienstleister United Internet will in diesem Jahr stärker wachsen als zuletzt. Für 2010 werde mit einem Umsatzanstieg von etwa 15 Prozent gerechnet, teilte das Unternehmen mit. United Internet (unter anderem mit 1&1, GMX und web.de im Internet vertreten) setzt dabei auf mobiles Internet und Anwendungen, bei denen Speicherplatz und Programme für den Kunden im Internet verfügbar sind.

Das operative Ergebnis soll in diesem Jahr angesichts hoher Kosten für Qualitätssicherung und Marketing stabil gehalten werden. Auch mögliche Übernahmen im Ausland könnten auf das Ergebnis drücken. United Internet sieht sich früheren Aussagen zufolge nach Übernahmemöglichkeiten im Webhosting um. Im Jahr 2009 stieg der Umsatz von United Internet um 5,6 Prozent auf 1,66 Milliarden Euro, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 12,4 Prozent auf 356,1 Millionen Euro. Mit Einmalerträgen aus Anteilsverkäufen verdiente das Unternehmen operativ sogar 416,7 Millionen Euro.

Die Zahl der Kunden wuchs um 15,1 Prozent auf 9,15 Millionen – worin rund 580.000 Kunden aus dem von Freenet übernommen DSL-Geschäft enthalten sind. Die Zahl der Webhosting-Verträge stieg im Jahresvergleich zum Stichtag 31. 12. von 3,62 auf 4,05 Millionen. Angebote für Internetzugang von United-Internet-Firmen nahmen zum 31. 12. 2009 3,48 Millionen Kunden war nach 2,97 Millionen im Jahr zuvor. Die Zahl der von 1&1 verkauften DSL-Komplettpakete stieg von 780.000 auf 1,69 Millionen. Dagegen sank die von 1&1 abgesetzte Zahl der Telekom-DSL-Resale-Verträge von 2,04 auf 1,63 Millionen.

Besonders die United-Internet-Tochter Adlink hatte 2009 unter der Wirtschaftskrise und der damit verbundenen Flaute am Werbemarkt gelitten. Der Umsatz ging um 5,4 Prozent auf 135,3 Millionen Euro zurück. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) blieb hingegen mit 11,8 Millionen Euro (–0,8 %) stabil. Für 2010 erwartet die Adlink Internet Media AG keine Besserung: Der Umsatz werde auf 125 Millionen Euro sinken, das operative Ergebnis vor Sondereffekten soll weiter stabil bleiben.

Seine Aktionäre beteiligt United Internet mit einer Sonderdividende von 20 Cent je Aktie an der insgesamt positiven Entwicklung. Damit sollen sie nun 40 Cent je Anteil für 2009 bekommen. Unterm Strich machte United Internet einen Gewinn je Aktie von 1,22 Euro. Im Vorjahr hatten Abschreibungen auf Anteile an Freenet und Versatel das Ergebnis in die roten Zahlen gedrückt. Die Dividende war daher ausgefallen. (jk)