Fast jedes zweite Computerspiel ohne Altersbeschränkung freigegeben
Nordrhein-Westfalens Jugendministerin meint, die Alterskennzeichnung von Computerspielen sei ein wirksamer Jugendschutz.
Knapp jedes zweite neue Computerspiel kommt in Deutschland ohne Altersbeschränkung auf den Markt. Die Freiwillige Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) habe in den vergangenen zwölf Monaten 2159 Computerspiele geprüft, berichtet das Düsseldorfer Jugendministerium. Davon seien 1005 Spiele ohne Altersbeschränkung freigegeben worden. Lediglich 61 Spiele erhielten nur eine Freigabe für Erwachsene ab 18 Jahren. 16 Spiele hätten kein Kennzeichen erhalten. Sie dürfen zwar verkauft werden, für sie darf aber nicht geworben werden.
Die übrigen Spiele seien in den Altersklassen ab 6 Jahre, ab 12 Jahre und ab 16 Jahre eingeordnet worden. Seit der Verschärfung des Jugendschutzgesetzes zum 1. April 2003 müssen Videospiele, wie zuvor schon Kino- oder Videofilme, mit einer Altersfreigabe gekennzeichnet sein. Die Spiele dürfen nur an Kinder und Jugendliche abgeben werden, die das erlaubte Alter erreicht haben. In der Freiwilligen Selbstkontrolle arbeiten die Landesjugendbehörden mit den Verband der Unterhaltungssoftware zusammen. Nordrhein-Westfalen vertritt dabei die Bundesländer.
Nordrhein-Westfalens Schul- und Jugendministerin Ute Schäfer bezeichnete die Alterskennzeichnung von Computerspielen als wirksamen Jugendschutz. Sie wies auf die große Bedeutung der Computerspiele für Kinder hin. Diese könnten auch zur Entwicklung von Medienkompetenz beitragen und seien damit ein Beitrag zur Bildung. Laut einer Erhebung des medienpädagogischen Forschungsverbandes Südwest aus dem Jahr 2003 hätten 70 Prozent der befragten Kinder zwischen 6 und 13 Jahren angegeben, mindestens einmal in der Woche Computerspiele zu spielen. 53 Prozent hätte berichtet, dies gemeinsam mit anderen Kindern zu tun. In der Rangfolge der beliebtesten Freizeitaktivitäten rangiert das Computerspiel mit 19 Prozent zusammen mit Sport auf Rang 4 hinter "Freunde treffen" (46 Prozent), "Draußen spielen" (43 Prozent) und "Fernsehen" (34 Prozent). (anw)