MSN schafft Billig-Flatrate ab

Microsofts Onlinedienst MSN gestaltet seine auf T-DSL basierenden Zugangstarife um, verspricht aber künftig keine Drosselung des Zugangs bei bestimmten Nutzungsprofilen mehr.

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Microsofts Onlinedienst MSN gestaltet seine auf T-DSL basierenden Zugangstarife um. Die Flatrates für 17,95 Euro ("Flat") und 44,95 Euro ("DSL 1500") werden ersatzlos gestrichen. Nutzer, die diese Modelle momentan gebucht haben, müssen einen der neuen Tarife wählen oder kündigen. Am morgigen Freitag will MSN alle davon betroffenen Kunden per Brief ausführlich informieren.

An die Stelle der Flatrate treten Volumen-gestaffelte Monatspauschalen, die mit allen T-DSL-Anschlussvarianten (1000, 2000, 3000) kombinierbar sein sollen: Kunden, die monatlich bis zu 10 Gigabyte Datenvolumen nutzen, zahlen mit dem neuen Tarif 15,95 Euro monatlich. Für Kunden, die zwischen 10 und 20 Gigabyte beanspruchen, fallen Kosten in Höhe von 28,95 Euro an. Wer mehr als 20 Gigabyte benötigt, bezahlt am Monatsende 54,95 Euro, also quasi eine "Flatrate-Deckelung".

"Kunden, die derzeit noch die MSN Easysurfer DSL Flat zu 17,95 Euro nutzen und bis zu 10 Gigabyte verbrauchen, sparen mit der neuen Flatrate künftig zwei Euro monatlich", rechnet MSN in einer Pressemitteilung vor. Nicht erwähnt wird allerdings, dass wirklich nur diese Kunden künftig weniger als bisher bezahlen. Vielsauger dagegen müssen künftig bei MSN deutlich tiefer in die Tasche greifen als bisher.

Im Gespräch mit heise online wies Henrik Schapp, Produkt-Manager bei MSN, darauf hin, dass bei den neuen Tarifen keinerlei Drosselung des Zugangs mehr erfolgen wird. Bisher nutzte MSN beziehungsweise dessen Access-Dienstleister isp-service den Telefonica-Backbone mit so genanntem Traffic-Management. De facto hieß das, dass vor allem Tauschbörsennutzer künstlich ausgebremst wurden.

Nach einigen Geburtswehen hat es isp-service nun geschafft, eine eigene Router-Infrastruktur aufzubauen. Telefonica nutzt der Provider nur noch, um den DSL-Traffic der Kunden vom Anschluss zum eigenen Router durchzuleiten. Daher könne man nunmehr einen ungedrosselten Anschluss bieten, erklärte Schapp. (hob)