Die Woche: Open Source: "Best of Breed" statt "Ganz oder gar nicht"

Das Interesse an Open-Source-Lösungen steigt, aber die meisten IT-Entscheider nehmen Open Source nicht mehr als treibenden Faktor wahr, sondern verwenden quelloffene Technologien selektiv dort, wo sie die optimale Lösung darstellen. Open Source oder kommerzielle Software, das ist keine Entweder-Oder-Entscheidung mehr.

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Die CeBIT 2010, auf der Actuate als Anbieter von Eclipse BIRT (Business Intelligence and Reporting Tools) präsent war, hat es uns noch einmal bestätigt: Das Interesse an Open-Source-Lösungen hat auf Unternehmensseite deutlich zugenommen. Auffällig ist jedoch, dass die meisten IT-Entscheider Open Source längst nicht mehr als treibenden Faktor wahrnehmen, sondern quelloffene Technologien nach dem Best-of-Breed-Ansatz selektiv in ihre Infrastruktur einbetten. Diese besteht heutzutage in der Regel sowohl aus kommerziellen als auch Open Source-basierten Lösungen. Das war vor einem Jahr ganz anders: Da lautete das Motto der meisten Unternehmen noch "Open Source – Ganz oder gar nicht".

Auch das Wissen über Open Source-Technologien hat zugenommen. Während quelloffene Lösungen für viele Entscheider früher noch Neuland darstellten, kennen die Entscheider von heute das Potenzial, aber auch die Grenzen von einen Open-Source-Produkten genau.

Zwar spielt der Kostenaspekt für die Anwender noch immer eine wichtige Rolle bei der Auswahl von quelloffener Software. Die meisten Entscheider wissen jedoch mittlerweile, dass auch Open Source über kurz oder lang Kosten mit sich bringt. Das Verständnis von Open Source hat sich deshalb auch hier komplett geändert. Statt Open Source als Allzweckwaffe zu betrachten, dient die Technologie in vielen Unternehmen vielmehr als Gerüst. Denn: Sobald die Unternehmensanforderungen an Open-Source-Lösungen über reine Basisfunktionen hinausgehen, entscheiden sich die IT-Verantwortlichen in der Regel doch für eine kommerzielle Variante, die auf Open-Source-Technologie aufsetzt.

Noch immer bauen einige Unternehmen um ihre Open-Source-Lösungen herum eine Infrastruktur auf, die mit der Zeit so komplex wird, dass Änderungen einen unerwartet hohen Zeit- und Kostenaufwand mit sich bringen. Viele IT-Entscheider haben diese Problematik erkannt und erweitern ihre vorhandenen Open-Source-Lösungen um spezielle Out-of-the-Box-Lösungen. Auf diese Weise profitieren sie von dem jeweils Besten der beiden Welten: der Innovationskraft, der Flexibilität und den dichten Update-Zyklen der Open-Source-Entwicklergemeinde sowie dem garantierten Qualitätsniveau und der maßgeschneiderten Funktionalität von kommerziellen Produkten.

Open Source oder kommerzielle Software, das ist keine Entweder-Oder-Entscheidung mehr. (odi)


Thomas Hohmann ist seit 8 Jahren als Senior Sales Engineer bei Actuate tätig und verfügt über 25 Jahre Erfahrung in der IT-Branche. Nach Tätigkeiten in den Bereichen Software-Entwicklung, Training, Produktmarketing und Software-Vertrieb hat er sich vor gut zehn Jahren auf den technischen Sales-Support im Bereich Business Intelligence fokussiert.