Globalisierungskritiker verurteilen Klagen der Musikindustrie

Attac schlieĂźt sich dem Boykottaufruf des Chaos Computer Clubs an.

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Die AG Wissensallmende des globalisierungskritischen Netzwerks Attac verurteilt in einer Mitteilung die Klagen der deutschen Musikindustrie gegen Nutzer von Internet-Tauschbörsen. Sie schließt sich dem Boykottaufruf des Chaos Computer Clubs (CCC) gegen die Musikindustrie an. Damit die Künstler auch in der digitalen Welt für ihre Tätigkeit angemessen entlohnt würden, schlagen die Globalisierungskritiker die Ausweitung des bestehenden Systems von Pauschalgebühren vor.

"Normale Bürger werden wie Verbrecher behandelt", empört sich Oliver Moldenhauer von Attac. Zahlreiche Untersuchungen zeigten, dass P2P-Netzwerke zum privaten, nichtkommerziellen Austausch von Millionen Menschen allein in der Bundesrepublik genutzt würden. Diese Balance zwischen den Interessen der Rechteinhaber und der Öffentlichkeit sei durch zahlreiche Gesetzesverschärfungen abhanden gekommen. Die Rechte der Konsumenten würden durch neue Gesetze und Richtlinien immer stärker eingeschränkt.

Am Dienstag wurde bekannt, dass die deutsche Musikindustrie 68 Strafanzeigen wegen illegaler Musikangebote erstattet hat. Das hat der CCC als Herausforderung genommen: Er rief am Tag darauf zu einem Boykott der an den Klagen beteiligten Firmen auf. (anw)