Microsoft FIM: So gut wie der Mitbewerb – weiß leider keiner

Mit dem neuen Forefront Identity Manager 2010 (FIM) will Microsoft im Markt für Identity und Access Management aktiv Flagge zeigen und endlich das Manko aus der Welt schaffen, dass der Hersteller in diesem Marktsegment kaum wahrgenommen wird. Schlau ist es jedoch nicht, für die neue Version wieder einen veränderten Namen zu wählen. Vielleicht hilft der attraktive Preis.

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Von
  • Jakob Jung

(Bild: Microsoft)

"Ich weiß mein Passwort nicht mehr!" Dieser Hilferuf von Mitarbeitern macht bis zu 80 Prozent aller Helpdesk-Anfragen in Unternehmen aus. Das verursacht Kosten. Deshalb hat Microsoft in seine neue Version des Forefront Identity Manager 2010 (FIM) ein cleveres Feature eingebaut, das Abhilfe schaffen soll: Der User kann vergessene Passwörter und verlegte Smartcards selbst neu einrichten.

Weniger schlau verhält sich Microsoft jedoch bei der Namensgebung – es fehlt an Kontinuität. Der Markenprofi Microsoft macht es hier seinen Kunden schwer, sich auf das Produkt einzuschwören. Immerhin ist der Hersteller schon seit zehn Jahren im Markt für Identity und Access Management tätig, das aber unter ständig wechselnden Flaggen und deshalb weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit. "Microsoft wird im Markt in diesem Bereich einfach nicht wahrgenommen", kritisiert Rüdiger Berndt, CEO des Microsoft Gold Partners Oxford Computer Group GmbH, dem als Partner eine bessere Markenführung seines Herstellerpartners wichtig wäre. "Dabei ist der FIM von Microsoft durchaus ähnlich leistungsfähig wie die Konkurrenz von IBM, Novell oder BMC – aber sehr viel preisgünstiger." Die Kosten für den FIM betragen einmalig 10.000 bis 20.000 Euro für die Synch Engine, dazu kommen noch Client Access Licenses (CALs) je nach Unternehmensgröße. Ein Return on Investment (ROI) ist im Durchschnitt nach ein bis zwei Jahren zu erzielen, die Projektlaufzeit beträgt etwa ein halbes Jahr. "Im Vergleich: SAP hat zwar ein eigenes Identity Management-Angebot, das es kostenlos an die Kunden weitergibt. Der Knackpunkt ist aber die Anbindung an Active Directory. Dann wird eine Connector Lizenz fällig, die mit 100.000 bis 200.000 Euro zu Buche schlägt," berichtet Berndt.

Rüdiger Berndt, CEO der Oxford Computer Group GmbH

(Bild: Oxford Computer Group)

Neben dem Preis sieht Berndt die Schnelligkeit als größten Pluspunkt des FIM: "Bei Siemens können wir so eine Suche über 450.000 Mitarbeiter in sechs Sekunden durchführen. Daran sind andere Produkte gescheitert, die dafür Stunden benötigen." Oxford ist neben Computacenter und Logica eines aus einer Handvoll deutscher Systemhäuser, die den FIM implementieren. Der kleinste Kunde, bei der Oxford den FIM implementiert hat, ist die Versicherung Hannover Rück mit 1400 Arbeitsplätzen. Dort hat das Erdinger Systemhaus ein Projekt in 150 Manntagen durchgezogen. "Sinnvoll kann FIM etwa ab einer Unternehmensgröße von 250 Angestellten eingesetzt werden, wenn nicht das ganze Leistungsspektrum ausgereizt werden soll, sondern nur ein einfaches Passwort-Management genügt", schätzt Berndt. Die Selbsthilfetools sind leicht zu bedienen und sowohl in eine SharePoint-basierte Konsole für Richtlinien- und Workflow-Verwaltung als auch direkt in Microsoft Office Outlook integriert. Die neue Version verfügt zudem über eine erweiterte Gruppenverwaltung, und es werden erstmals auch Drittanbieter unterstützt. (map)