US-Gesundheitsreform belastet AT&T mit 1 Milliarde Dollar

Der größte US-amerikanische Telekommunikationskonzern AT&T hat angekündigt, noch im laufenden Quartal 1 Milliarde Dollar zurücklegen zu wollen, um Zusatzausgaben im Zusammenhang mit der Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama abfedern zu können. Grund sind wegfallende Steuervorteile

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Der größte US-amerikanische Telekommunikationskonzern AT&T hat angekündigt, noch im laufenden Quartal 1 Milliarde Dollar zurücklegen zu wollen, um Zusatzausgaben im Zusammenhang mit der Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama abfedern zu können. Dies entspricht etwa einem Drittel des Gewinns, den AT&T im vierten Quartal 2009 erwirtschaftet hat. Grund für die Milliarden-Rückstellung sind wegfallende Steuervorteile, die Unternehmen bislang beanspruchen können, wenn sie Kosten für Arzneimittel übernehmen, die eigenen Pensionären verschrieben werden.

Im Rahmen des amerikanischen Medicare-Programms erhalten Unternehmen seit 2003 Zuschüsse in Höhe von 28 Prozent für Arzneimittelausgaben ihrer Pensionäre. Steuerlich geltend machen können die Firmen bislang aber die kompletten Ausgaben, also auch die Zuschüsse. Das soll sich künftig dahingehend ändern, dass nur noch der Eigenanteil von 72 Prozent vom steuerrelevanten Einkommen abgezogen werden kann. Damit werde ein Steuer-Schlupfloch geschlossen, zitiert die New York Times (NYT) einen Sprecher des Weißen Hauses.

Laut NYT will AT&T die Gesundheitsleistungen des Konzerns nun generell auf den Prüfstand stellen. Dabei muss sich die Firma aber auf zähe Verhandlungen mit den Gewerkschaften einstellen: AT&T ist das Unternehmen mit den meisten gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitern in den USA. Insgesamt könnten auf US-Firmen als Folge des Steuervorteil-Wegfalls Belastungen in Höhe von 14 Milliarden Dollar zukommen. Der Technologiekonzern 3M etwa rechnet mit 90 Millionen Dollar, andere Unternehmen wie der Baumaschinen-Hersteller Caterpillar mit über 100 Millionen Dollar. (pmz)