ThemenmolekĂĽl: Molekularer Rotwein

Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Heute: Ein Fächer bemerkenswerter Dinge - von der Molekülmalerei bis zur synthetischen Zukunft.

vorlesen Druckansicht
Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Peter Glaser

Auf meinen Expeditionen durch das Netz finde ich immer wieder bemerkenswerte Informationsatome, die sich im Lauf der Zeit zu digitalen Themenmolekülen verbinden. Gelegentlich möchte ich der geneigten Leserschaft an dieser Stelle solche Link-Gravitationswolken aus der Welt der fröhlichen Wissenschaft und Technologie vorlegen. Heute: Ein Fächer bemerkenswerter Dinge – von der Molekülmalerei bis zur synthetischen Zukunft.

Sieben eindrucksvolle Daten-Visualisierungen (mit Videos), von der Veranshaulichung eines groĂźen Sozialen Netzwerks bis zu einer genealogischen Visualisierung (via Mashable).

Der Molekülmaler: Alexander Kobulnicky lebt in New York und hat mal eine Weile Chemie studiert, aber nachdem er sich etwas Salpetersäure auf die Hand gegossen hat, dann doch lieber das Studienfach gewechselt und sich der Philosophie zugewandt. Seiner Liebe zur Chemie ist er trotzdem treu geblieben: Er malt Moleküle.

Das Rotwein-MolekĂĽl: FĂĽr Liebhaber sowohl von Rotwein als auch von hĂĽbschem Schmuck dĂĽrfte diese Halskette sein, die ein Resveratrol-MolekĂĽl darstellt, ein Phytoalexin, das besonders in der Haut von roten Weintrauben vorherrschend ist. Von "Made With Molecules" (via Notcot).

Gläserne Drogen: Erowid.org, ein Zentrum zur Dokumentation der komplexen Beziehung zwischen Menschen und psychoaktiven Substanzen, beschenkt wohltätige Spender mit der gläsernen Nachbildung eines LSD-Moleküls. Von Koffein bis Serotonin gibt es noch eine reichhaltige weitere Auswahl an mundgeblasenen Atomgefügen (via BoingBoing).

Molekularlicht: Die Akku-betriebenen "Nomad Light Molecules" des Designers Maarten De Ceulaer lassen sich quasi als Licht-Atome betreiben oder in MolekĂĽlformationen betreiben. Etwa Vier Stunden leuchtet eine der autonomen Lampenkugeln, danach kann man sie wieder in die MolekĂĽl-Basis stecken, die zugleih als Ladestation fungiert.

Laborkunst: Die phantastischen 365 Petrischalen-Gemälde der Künstlerin Klari Reis aus San Francisco kombinieren Biowissenschaften und malerische Ästhetik (via Notcot).

Body Trick: Atemberaubende zellbiologische und medizinische Animationen von Hybrid Medical Studio, in denen die Funktionen des menschlichen Körpers auf der kleinsten Ebene gezeigt werden (via Dark Roasted Blend).

Synthetische Zukunft: Alexandra Daisy Ginsberg vom Royal College of Art in Lonson befaßt sich mit synthetischer Ästhetik – einem Bereich zwischen Kunst, Design und synthetischer Biologie. Hier eine ihrer Forschungsarbeiten: "The Synthetic Kingdom. A Natural History of the Synthetic Future" (via We Make Money Not Art).

Bilderschätze: Agence Eureka ist eine Fundgrube für Freunde gehobener Bildersammlungen aus etwas weiter zurückliegenden Jahrzehnten. Hier beispielsweise Bildtafeln aus alten Anatomiebüchern. Und hier eine Übersicht über zahllose weitere interessanten Bilder-Sets von Agence Eureka.

Ein gestricktes Herz von Ben Cuevas. Das Woll-Organ ist Teil einer Installation mit dem Titel "Waiting Room".

Ein Herz aus Glas: Ob Eva Milinkovic von Tsunami Glassworks von Blondies Hit "Heart Of Glass" inspiriert war, als sie dieses elegante gläserne Organ geschaffen hat, ist nicht bekannt. Ihr "Ventricle Vessel" ist dessen ungeachtet ein bemerkenswertes Objekt.

Hirnhilfe: Bald kommt der Sommer, wo im Freibad das Denkorgan wieder ungeschĂĽtzt allerlei Anfechtungen ausgesetzt ist. Hiergegen hilft die Gehirn-Badekappe von Atypyk (via SwissMiss). (bsc)